Jetzt haben wir den Salat – bzw. den Müll aus Karlsruhe! (korrigiert)

Wie MVregio gerade berichtete, hat das Bundesamt für Strahlenschutz die Lagerung von 5 Castor-Behältern aus Karlsruhe im “Zwischenlager” Lubmin genehmigt.

Na klar: Weg aus Karlsruhe, hin zum äußersten Nordosten der Republik! Dort beschwert sich ja niemand, dann die KKW-Zeiten waren ja so schön, daß man den Zorn vieler Menschen auf sich zieht, wenn man vom “Atomklo” Lubmin spricht.

Wäre ja auch falsch: Abziehen kann man nicht; was einmal in Lubmin liegt, wird dort wohl (bis zum Ende?) liegenbleiben…

Hier der Artikel.

Und hier der Vergleich zu Asse II

5 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Oliver Wunder

Kommentar vom 24. Februar 2009 um 19:52

Laut Nordmagazin sind es nur 5 Castoren, damit wären dann die 80 vorhandenen Stellplätze aber fast belegt. Ein Argument dort anzubauen? Meckert ja eh keiner wie in Gorleben.

2. t. n.

Kommentar vom 24. Februar 2009 um 21:19

Sorry, da mogelte sich wohl zwischen die 5 Transport- und Lagerbehälter ein “je” hinein. Es sind tatsächlich nur 5 Castoren.

3. Ulrich Rose

Kommentar vom 25. Februar 2009 um 07:40

Tja, das kleine Wörtchen “je”…

Den Text der Pressemitteilung des BfS kann man hier finden: http://www.bfs.de/de/bfs/presse/pr09/pr0910.html

“Pressemitteilung 010 vom 24.02.2009

BfS genehmigt die Aufbewahrung von HAW
Glaskokillen im Zwischenlager Nord
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute der ZLN Zwischenlager Nord GmbH (ZLN GmbH) und der Energiewerke Nord GmbH (EWN GmbH – Betreiberin des Transportbehälterlagers des Zwischenlagers Nord) die Genehmigung für die Aufbewahrung von HAW-Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (sogenannte VEK-Kokillen) erteilt. Die Genehmigung erfolgt nach § 6 des Atomgesetzes und erlaubt die Lagerung von fünf Transport- und Lagerbehältern der Bauart Castor HAW 20/28 CG SN 16.

Im 1999 genehmigten Transportbehälterlager des Zwischenlagers Nord dürfen insgesamt maximal 585 Tonnen Kernbrennstoffe in Form von bestrahlten Brennelementen auf insgesamt 80 Behälterstellplätzen in speziellen Castor-Behältern aufbewahrt werden. Derzeit befinden sich 65 Castor-Behälter im Transportbehälterlager. Durch die heute genehmigte Aufbewahrung der VEK-Kokillen mit einer maximalen Masse von einer Tonne Kernbrennstoffe wird die bislang genehmigte Masse an Kernbrennstoffen von 585 Tonnen im Transportbehälterlager nicht überschritten.

Die Genehmigung nach § 6 Atomgesetz ist eine so genannte gebundene Entscheidung. Sie ist auf Antrag zu erteilen, wenn der Antragsteller nachgewiesen hat, dass alle Genehmigungsvoraussetzungen nach § 6 Abs. 2 AtG erfüllt sind. Dazu gehört z.B., dass die erforderliche Vorsorge gegen Schäden getroffen ist.

Das radioaktive Inventar der VEK-Kokillen stammt aus der Wiederaufarbeitung von bestrahltem Brennstoff aus Schiffs-, Forschungs- und Leistungsreaktoren in den Jahren 1971 bis 1990. Im Jahr 1991 ist die Stilllegung und der vollständige Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe beschlossen worden. Die Herstellung der HAW-Glaskokillen erfolgt in der Verglasungseinrichtung Karlsruhe, die hierzu erforderliche atomrechtliche Genehmigung wird vom Land Baden-Württemberg erteilt.

Der Abtransport der VEK-Kokillen aus der Verglasungsanlage ist Voraussetzung für den endgültigen Rückbau und die Beseitigung der Anlage. Die EWN GmbH ist inzwischen alleinige Gesellschafterin und hat sich zur Entsorgung der HAW-Glaskokillen verpflichtet.

Das BfS hat die zuständigen Behörden der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg beteiligt, es wurden keine Einwände gegen die Genehmigung erhoben. Die Beförderung der Behälter ist für das Jahr 2010 geplant.”

Die EWN spielen in Karlsruhe schon eine längere Zeit mit, mindestens seit 2006: http://www.fzk.de/fzk/idcplg?IdcService=FZK&node=0700

4. Oliver Wunder

Kommentar vom 25. Februar 2009 um 09:56

Laut neuesten Erkenntnissen von Greenpeace wurde bestätigt, was eh schon lange vermutet wurde, in Asse II kommen über 70 Prozent des Atommülls aus stromerzeugenden Reaktoren und nicht wie behauptet aus dem Forschungszentrum Karlsruhe : http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29801/1.html Handelt es sich bei den geplanten Transporten tatsächlich um Forschungs- bzw. Rückbaumüll oder etikettiert das Atomforum wieder um? Droht nun Lubmin zur Müllhalde der Nation zu werden? Aber viel wichtiger, wie bekommen wir hier endlich annähernd lauten Protest hin wie in Gorleben? Bei Dong funktioniert das ja schon ganz gut.

5. t. n.

Kommentar vom 25. Februar 2009 um 11:45

Aus dem Archiv:

SPIEGEL ONLINE: Es gibt bei Ihnen keine Protest-Kultur wie im Wendland um Gorleben. Warum?

Wagner: Die Gefahren der Kernkraft sind hier schwer zu vermitteln. 1974 wurde hier der erste Block des Kernkraftwerkes gebaut, Greifswald hatte da 35.000 Einwohner. Danach waren es über 70.000. Es sind mehrere Stadtteile nur für die Beschäftigten entstanden. Viele sind nach der Wende und dem Abschalten der Reaktoren arbeitslos geworden. Man nimmt den Leuten ihre Vergangenheit weg. Außerdem wurde ihnen jahrelang gesagt: Alles ungefährlich, alles prima.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,132516,00.html

6. daburnas Logbuch » Blog Archiv » Petition zur nuklearen Entsorgung

Pingback vom 2. März 2009 um 15:45

[...] inzwischen geschlossen und müssen aufwendig auf Kosten der Steuerzahler saniert werden. Der Standort Lubmin findet kaum Erwähnung, doch auch hier lagern inzwischen 65 Castoren mit [...]

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