Medienkritik

Der webMoritz unterzieht diesen Grünen-Blog einer ausführlichen Kritik. Wäre ich jetzt Reinhard Amler, würde ich meinen LeserInnen einen guten Tag wünschen und mich beratungsresistent zeigen.
Doch Gott sei Dank – wir sind nicht so. Obwohl schon eine Weile “am Markt”, gibt es noch keine ehernen Regeln für das Bloggen. Es steht irgendwo zwischen Tucholskys “Was darf die Satire? Alles!” und der gebotenen Zurückhaltung aus journalistischer Sorgfaltspflicht. Zumindest auf diesem Blog ist eine journalistische Grundausbildung die Ausnahme – dafür leidet er aber auch nicht unter deformation professionelle. Nur anhand kritischer Äußerungen, seien es Kommentare auf dem Blog selbst, seien es medienwissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiet des Internetwahlkampfes oder aber eben eine Einzelkritik wie oben genannt, kann man seinen / können wir unseren Weg finden. Um auch noch ein wenig Englisch hineinzumischen: Learning by doing bzw. Training on the job.
Einen Absatz aus der webMoritz-Kritik möchte ich zitieren: “In der Bürgerschaft, die sich als Forum für politische Attacken eigentlich anbieten sollte, hatten die Oppositionsparteien in den letzten Jahren einen schweren Stand. Wer auch nur einmal miterlebt hat, wie unter dem nur mit Mühe als “Sitzungsleitung” zu bezeichnenden Gestammel von Präsident Egbert Liskow Redner der Oppositionsparteien systematisch ignoriert oder zurechtgewiesen werden, während CDU-Mitglieder ihre Bürgerschaftskollegen seelenruhig diffarmieren können (was auch die anderen Präsidiumsmitglieder nicht im geringsten zu stören scheint), dem sträuben sich die Haare.” Hinzu kommt noch eine Lokalzeitung mit Monopolstellung und eindeutiger parteipolitischer Ausrichtung.
Dem muß etwas entgegengesetzt werden. Ein Element dieser Gegenkultur (was voraussetzte, daß man die Bürgerschaft und die OZ als “Kultur” bezeichnet – nun ja…) wird der Grünen-Blog ohne Wahlkampfbeimischung sein. Versprochen! Zumindest bis zum nächsten Wahlkampf…

5 Kommentare

1. noch ein greifswalder bürger

Kommentar vom 12. Juni 2009 um 11:33

Lieber Herr Kords,
Jetzt muss ich mit mir ringen, um eine gepflegte Wortwahl zu treffen: Sie haben absolut keine Ahnung, was in Greifswald passiert, vor allem im stillen Kämmerlein.
Schauen Sie in der Liste Kategorien nach und Sie finden eine Vielzahl von Themen.
Entweder Sie können nicht mit der Wahrheit leben, Sie wollen Sie vertuschen oder Sie haben keinen blassen Schimmer.
Ich glaube auch nicht alles, was ich lese, aber ich vertraue meinen Ohren und meinen Augen, die übrigens kerngesund sind.
Ich vermute, Sie sind noch etwas jung und unerfahren und ich hoffe für Sie, dass auch Ihnen irgend wann einmal die Augen aufgehen.
Ich lese diesen Blog sehr gern. Mir gefällt der Stil und die Wortwahl, die Sie meinen, ist für mich das Salz in der Suppe.
Vielleicht gehören Sie aber zu der Gruppe von Menschen, der es besser gefällt, wenn sie von Lügenbaronen in schöner und gebildeter Rethorik Märchen hören.

2. floordress

Kommentar vom 12. Juni 2009 um 12:17

… und weil es Ihnen gefällt muss es ja gut sein?
Das Argument “jung und unerfahren” lässt mich zu dem Schluss kommen, dass Sie anscheinend steinalt und erfahren sein müssen: Allerdings haben Sie den Kommentar von Herrn Kords vielleicht nicht richtig gelesen? Es war nämlich keine Pauschalkritik an den Grünen, sondern eine Stilkritik. Genauso wurden CDU/OZ nicht in den Himmel gelobt sondern bekamen ebenso ihr Fett weg.
Das Sie das nun überlesen haben lässt mich zu dem Schluss kommen, dass Erfahrung in Bezug auf Alter vielleicht normalverteilt ist. Und Sie ganz am anderen Ende sitzen.

3. noch ein greifswalder bürger

Kommentar vom 12. Juni 2009 um 13:46

Ich habe nichts überlesen und will mich bemühen, Ihnen dazu etwas zu schreiben.
“…… und weil es Ihnen gefällt, muss es ja gut sein.” Diesen Anspruch habe ich nicht, es ist lediglich meine Meinung.
Über Stil lässt sich streiten.
Mir sind Menschen, die Probleme direkt ansprechen lieber, und da ist mir die Wortwahl nicht so wichtig, als Menschen, die Probleme lieber verschweigen.
Es gibt auch unterschiedliche Charaktere, die man einfach akzeptieren muss.
Mir ist ein emotional gepägter Mensch, der seine Gefühle offen zeigt, lieber, als ein Mensch, der mich anlächelt, aber nicht die Wahrheit spricht. Ich könnte hier ewig weiter schreiben.
Zu den Inhalten hat übrigens Herr Kochhahn im Webmoritz etwas geschrieben, dem kann ich mich nur anschließen.
Darüber war ich verärgert.
Und noch einmal zum Stil: Was haben denn schön formulierte Lügen mit Stil zu tun?

4. Oliver Wunder

Kommentar vom 12. Juni 2009 um 17:51

Vielleicht ist hier die richtige Stelle, um Euch allen mal Respekt zu zollen, was Ihr hier auf die digitalen Beine gestellt habt. Genauso wie die Einbeziehung und Vernetzung mit der Greifswalder Blogosphäre, das ist für mich auf jeden Fall ein Novum gewesen und auch sonst hat keine andere Partei versucht, uns Blogger mal gezielt anzusprechen und z.B. zu Wahlkampfveranstaltungen einzuladen wie dem Frühlingsfest. Damit habt Ihr mir auch ein das Gefühl gegeben, ernst genommen zu werden.
Anfangs vergreift man sich als Blogger oft auch mal im Ton oder behandelt Themen, die irgendwie in der Rückschau merkwürdig erscheinen, das geht mir auch so. Aber mit jedem Tag Erfahrung steigt das Niveau, gerade weil man ja auch die Kritik ernst nimmt. Zumindest ernster als die OZ. Ich seh den Blog hier auf einem guten Weg und freu mich auf weitere spannende Artikel.

5. luc

Kommentar vom 13. Juni 2009 um 00:45

@Gabriel Kords: Der Skandal des “Schwarzen Blocks” geht weit über Greifswald hinaus, ist dort aber kein Skandal:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,619570,00.html

Überschrift auf spiegel.de am 17.04.2009:
Schwarzer Block kontert SPD-Wahlkampfpläne
(Artikel Von Sebastian Fischer)

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