She’s not amused
Nicht gerade begeistert zeigte sich Claudia Roth vom Besuch bei der hiesigen einzigen gedruckten Zeitung. Hoffentlich tut’s ihrer Sommertour keinen Abbruch…
Ein BÜNDNISGRÜNES Blog
Nicht gerade begeistert zeigte sich Claudia Roth vom Besuch bei der hiesigen einzigen gedruckten Zeitung. Hoffentlich tut’s ihrer Sommertour keinen Abbruch…
Jutta Ditfurth blogt:
»Durchgeknallt: Claudia Roth und ihre grüne Partei der Besserverdienenden«
Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen, sagte: »Die Grünen und grünes Klientel sind die am besten ausgebildeten Menschen, die den höchsten Bildungsstand haben und dann ist es auch logisch, dass sie mit so ‘ner Voraussetzung auch gute Jobs kriegen.« Hajo Schumacher, Moderator der N24-Talkrunde »Links-Rechts« (12.5.2009) hatte sie gefragt, ob die Grünen nicht die Partei der Besserverdienenden sind. Sie hätte einfach nur ja sagen müssen. Die grüne Parteivorsitzende ist der Meinung: wer arbeitslos ist, hat einfach nur eine zu schlechte Bildung.
Auf die Frage, ob sie nachvollziehen kann, dass es Leute gibt, die sich keine Bio-Lebensmittel leisten können, erwidert sie, sie kenne auch Arbeitslose, »Leute, die manchmal wirklich nicht wissen, wie sie an Monatsmitte noch bis zum Ende kommen…«. Co-Moderator Tiedje: »Die können sich dann doch nie Bio leisten?« »Aber die können sich dann auch nix anderes leisten«, antwortete Roth kalt.
Und weiter: »Wenn Du nicht gut isst, wird es auf Dauer Dir zu stehen bekommen …« [Schreibweise nach O-Ton; J.D.]. Also am besten auf hohem ökologischen Niveau verhungern.
Klar ist, dass die Wahl der Grünen arme Leute teuer zu stehen kommt. Dass die Politik ihrer grünen Partei in der SPD/Grüne-Regierung (1998-2005) dafür gesorgt hat, dass noch mehr Menschen arm werden und, auch wenn sie gut gebildet sind, keine gut bezahlten Jobs kriegen (und ihre Kinder später zum großen Teil auch nicht) und dass sich noch mehr Menschen leider keine ökologischen Nahrungsmittel leisten können, davon sagt sie nichts.
Claudia Roth verrät auch nicht, dass sie ihre gut bezahlte Karriere nicht dank »höchster Bildung« begann, sondern weil die grüne Bundestagsfraktion 1985 eine Pressesprecherin brauchte, am besten eine harmlose, strömungsübergreifende Person. Roth gab sich damals irgendwie links und einige EntscheidungsträgerInnen waren davon beeindruckt, dass sie mal Ton, Steine, Scherben gemanagt hat.
Wir wissen wie es wirklich war: die Scherben haben ihrer nervigen Mitarbeiterin eines Tages die Stellenanzeige der Grünen hingelegt und waren erleichtert, als die damals noch deutlich linkeren Grünen so töricht waren, diese Frau einzustellen.
Die wichtigsten Gründe, warum kritische, sozial denkende, ökologische, humanistische Menschen die Grünen nicht wählen können: Krieg gegen Jugoslawien (1999), Krieg in Afghanistan (2001), Pro-Atom-Konsens (2002), Agenda 2010 und Hartz IV (2003-2005) und die seit Anfang der 1990er andauernde Zustimmung zum Kapitalismus.
Es gibt hundert Gründe, die Grünen nicht zu wählen, Claudia Roth ist nur einer.
P.S.: Übrigens: Frau Roth ist die Vertreterin des »linken« Flügels der Grünen.
@Ronald
Gut, die Grünen sind Schuld am Kapitalismus. Sie haben ihn sogar erfunden. Sie haben 1999 Milosevic dazu gebracht, einen Bürgerkrieg gegen die Kosovaren anzuzetteln. Sie haben die Taliban überredet, der Al-Qaeda Afghanistan für die Vorbereitung von Terrorakten zu überlassen (u.a. des Angriffs auf das WTC am 11.9.). Und sie haben die Atomindustrie bequatscht, einem Pro-Atom-Konsens zuzustimmen, der den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft vorsieht.
Man muss schon ordentlich verdreht sein, um solchen Quatsch wie Du, Ronald, hier abzulassen.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Der “Quatsch” kommt von einer Gründerin der Grünen: Jutta Ditfurth.
Dass sich ihre und meine Positionen in bestimmten Punkten decken, hat den Anlass gegeben, ihren Blog zu kopieren. Leider finde ich hier im Blog keinen Hinweis, wie man Zitate als solche kenntlich machen kann.
@Ronald
Auch ehemalige Mitglieder der GRÜNEN können im übrigen “Quatsch” verzapfen. Als objektive Kritiker oder gar Kronzeugen taugen sie genauso wenig wie der geschiedene Ehemann oder die geschiedene Ehefrau.
PS (und dies ist jetzt nicht von Jutta): Verdreht hat nur einer die Aussagen und das bist du, sausi. Und wenn die Grünen ihren Namen hingeben und rechte Politik unterstützen, die in der Bundesrepublik euphemistisch als bürgerlich bezeichnet wird, müssen sie auch damit leben von den eigenen geistigen Müttern und Vätern bloß gestellt zu werden.
Wie ich an anderer Stelle hier im Blog bereits dargestellt habe, sind Parteien Teil des Herrschaftssystem und die Grünen bilden dabei keine Ausnahme. Eine emanzipative Politik basiert auf den freien Willen des Einzelnen und wer auf das Gewaltmonopol des Staates setzt, um seine Interessen durchzusetzen, beschneidet den selbigen. Insofern ist auch der Ruf nach mehr Demokratie unter falschen Vorzeichen nichts weiter als der Ruf nach mehr Entmündigung.
“Wenn für sozial Schwache die notwendigen Ressourcen nicht mehr finanzierbar sind, sollten die Probleme durch eine gerechtere Verteilung der Mittel angegangen werden, anstatt durch einen Verzicht auf eine ökologische Gestaltung des Steuersystems” Sven Giegold
Analog sehe ich die Notwendigkeit einer Landwirtschaft, die die Böden nicht herunterwirtschaftet, Agro-Biodiversität nicht durch Pestizide ausrottet, Grundwasser nicht mit Nitraten, Hormonen und Pestiziden belastet usw.
Biolebensmittel mögen derzeit dem Einzelnen teuer zu stehen kommen- für die Folgeschäden der konventionellen Landwirtschaft zahlen andere, insbesondere im Süden und zukünftige Generation. Daher liegt es im Interesse aller, die Rahmen so zu setzen, dass sich alle Menschen bio leisten können bzw. externe (positive oder negative) Nebenwirkungen sich im Preis widerspiegeln.
Ich widerspreche dir ja gar nicht, liebe Anne, aber ein ökozentristischer Blickwinkel blendet gerade die gesellschaftspolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen aus und darauf zielt die Kritik meines Erachtens. Die Antworten der Grünen auf Fragen dieser Problematik (und da stimme ich mit Jutta überein) sind falsch, weil sie z.B. den Kapitalismus reparieren wollen anstatt die Überwindung zu fordern. Weil grüne Politik eben keine emanzipative Politik mehr ist, sondern die Grünen sich den gesetzten (nicht naturgegebenen) Sachzwängen unterwerfen.
Dies möchte nochmal mit dem Forester-Zitat unterlegen, dass ich hier auch bereits eingebracht habe:
“Wir leben im Zeichen einer meisterhaften Täuschung: des Trugbildes einer untergegangenen Welt, deren Verschwinden wir mit aller Kraft zu ignorieren suchen, die eine artifizielle Politik aber zu erhalten vorgibt. Millionen Schicksale werden von einem Anachronismus zugrunde gerichtet, nur weil wir beharrlich versuchen, unser heiligstes Tabu für immer zu bewahren: das Tabu der Arbeit.”
Kurz es geht um ein anderes Gesellschaftsmodell und wer sich dem nicht öffnet, dem bleibt nur die Option der Flickschusterei am alten.
Ergänzung zu den “falschen Antworten”: Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass eine andere Partei bessere Antworten hätte, selbst die sogenannte “Linke” (welche Anmaßung) ist nichts weiter als eine sozialdemokratische Partei und steht in der Tradition des sozialdemokratischen Verrats.
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“Die Menschen versuchen sich von Herrschaft und Unterdrückung zu befreien, seitdem es menschliche Gesellschaften gibt. Ohne Protest, ohne Widerstand, ohne soziale Revolutionen gäbe es nichts von dem, was wir heute an sozialen Rechten und demokratischen Freiheiten zu retten versuchen. Sind wir dem Ziel der sozialen Gleichheit und Freiheit näher gekommen, ohne die auch Gerechtigkeit nicht zu haben ist? Nur im Schneckentempo – wobei jeder Erfolg, den wir Staat und Kapital abringen, sofort einkassiert wird, sobald unsere Kräfte nachlassen.
…
Wir schätzten die bürgerlich-demokratischen Errungenschaften der Französischen Revolution von 1789 und verteidigen sie heute auch gegen ein Bürgertum, das sie – obwohl eben jene Rechte und Freiheiten ihm zu so großem Vorteil gegen den Adel und die alte Obrigkeit gereichten – in den Dreck tritt. Wir rühmten die Pariser Kommune von 1871, die erste proletarische Revolution, und versuchen, sie dem Vergessen zu entreißen. Wir standen auf der Seite der russischen Oktoberrevolution von 1917, geißelten aber den Stalinismus und, unter anderem, die zuweilen katastrophale Außenpolitik der Sowjetunion.
…
Das politische Ziel linker Politik ist es, gesellschaftliche Verhältnisse herzustellen, in denen der Mensch frei ist und sozial gleich. Erst dann kann das soziale Wesen Mensch selbstbestimmt mit anderen leben und zugleich alle seine verschütteten und drangsalierten Bedürfnisse und Fähigkeiten entdecken und entfalten.
…
Der Kapitalismus ist schon im Normalzustand eine Katastrophe für Mensch und Natur. Es gibt ihn nicht ohne Profit und nicht ohne Ausbeutung. Die beiden einzigen Quellen des Reichtums sind die Arbeitskraft des Menschen und die Naturressourcen. Der Kapitalismus strebt danach, sich diese Quellen allen Reichtums zu unterwerfen und sie maximal zu verwerten. Daß der Mensch dabei ruiniert, um Glück und Gesundheit und oft genug das Leben gebracht wird, daß die Natur dabei so vergiftet und zerstört wird, daß der Mensch in ihr nicht mehr gesund leben kann, ist dem Kapital vollkommen gleichgültig. »Die kapitalistische Produktion«, schreibt Karl Marx 1867 im ersten Band des Kapitals, »entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen des Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.«
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Das Kapital plündert und zerstört durch ihre Nutzung diese beiden einzigen Reichtumsquellen, immer auf der Jagd nach mehr Profit. Das ist sein Wesen, es ist der kapitalistischen Produktion immanent. Das Gequatsche, daß alles Schlechte nur an »gierigen« Bankiers und Managern läge, ist eben – Gequatsche. Gierig sind sie zwar oft auch. Aber die Struktur der kapitalistischen Produktionsweise zwingt sie zu dieser Jagd. Wer Mensch und Natur nicht maximal ausplündert, verliert in der kapitalistischen Konkurrenz.” (“Zeit des Zorns”, Ditfurth)
Auf einer Krisendemo im März in Frankfurt (Main) bekräftigte sie noch einmal ihre Forderung nach einer Wiederbelebung der APO:
“…
Die soziale Ordnung in Deutschland bleibt eine Gefängnisordnung.
…
Bündnisse funktionieren nicht unterhalb eines gewissen Niveaus. Wir sollten nicht unterschlagen, dass wir das Ziel haben, den Kapitalismus abzuschaffen. Das geht nicht mit sozialdemokratischen Organisationen, egal ob SPD oder Linkspartei. Das ist klar – seit der SPD/Linkspartei-Koalition in Berlin, seit dem Deutschen Herbst, seit den Notstandsgesetzen, seit Ebert und Noske, seit der verratenen Novemberrevolution von 1918/19 und den Kriegskrediten von 1914.
Bündnisse der antikapitalistischen und staatsunabhängigen Linken sind: antinationale und reformismusfreie Zonen!
…
Das klassische revolutionäre Subjekt, die Arbeiterklasse mit einem kollektiven Bewusstsein ihrer sozialen Lage, existiert nicht mehr. Unsere potenziellen Bündnispartner sind: Migranten, Subproletarierinnen, Straßenkinder, Facharbeiter, Schüler, Studentinnen, Leiharbeiterinnen, Künstler, Hartz-IV-Empfänger, Intellektuelle. Es ist mühsam, aber auch ziemlich interessant über den spießigen Tellerrand des eigenen Milieus zu schauen.
…
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die auf Solidarität aufbaut und auf sozialer Gleichheit, in der es keine Ausbeutung und keine Herrschaft von Menschen über Menschen mehr gibt, eine Gesellschaft, in der wir basisdemokratisch entscheiden, wie wir leben und arbeiten wollen. Das ist ein tollkühner Plan. Den Weg, durch den wir dieses Ziel erreichen könnten, nennen wir soziale Revolution.” (Ditfurth, 28.3.2009)
Dazu vielleicht noch eine Randbemerkung von mir:
Wir haben Erfahrungen aus einer eigenen sozialen Revolution von 1989. Wir haben damals einen Fehler gemacht: wir haben es zugelassen, dass neue Machthaber das Ruder übernehmen und das Schiff auf Kurs bringen. Diesen Fehler sollten wir nicht wiederholen. Wenn wir beweisen wollen, dass wir lernfähig aus den Erfahrungen der Geschichte sind, werden wir diesmal alle Institutionen auflösen müssen, die es ermöglich, dass Menschen Herrschaft über andere Menschen ausüben können.
Ronald hat immer noch nicht erkärt, wie denn nun das “Solardach auf die somalische Hütte” (Zitat Ronald) kommt. Ich hätte es gerne ein bisschen konkreter. Die GRÜNEN scheinen es ja nicht mehr zu können. Wie geht es denn dann? Aber bitte nicht nur Negativaussagen (“Abschaffung … Überwindung …” etc.), das hilft uns nicht weiter. Was machen wir als erstes?
Auch in dem Wissen, dass deine Ablenkung eine rein rhetorische Frage ist, da ich im dem von dir bezeichneten Beitrag ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass es unter den jetzigen Voraussetzungen keine Lösungsmöglichkeit gibt, will ich dazu noch Folgendes sagen:
Ich gehe davon aus, daß du ihm das Solardach vermutlich nicht finanzieren wirst, somit wird er unter kapitalistischen Bedingungen wohl keine Solarkollektoren bekommen. Bekanntlich werden Güter im Kapitalismus als Waren und somit zur Gewinnerzielung hergestellt, was den somalischen Bauer mangels Kaufkraft als Kunden ausschließen dürfte, obgleich er vielleicht Bedarf an einer Stromquelle hätte, mit der er Wasser aus tieferen Erdschichten pumpen könnte.
Dieser Umstand ließe sich erst überwinden, wenn Güter in einer postkapitalistischen Gesellschaft wegen ihrer Nützlichkeit und den Bedürfnissen produziert werden würden, denn es mangelt uns ja nicht an Kapazitäten.
So jetzt habe ich aber doch wieder negativ geantwortet, aber dies liegt wohl daran, dass ich der Meinung bin, dass WIR auch nicht alles machen und regulieren müssen und schon gar nicht das Recht dazu haben, den Bauern zu bevormunden. Wenn es ausreichend Gründe gibt, die für eine Montage des Solardaches sprechen, wird er sich in einer Gesellschaft, wo er die Möglichkeit dazu hat, selbst dafür entscheiden.
Und wozu soll ein somalischer Bauer ein Solardach auf seiner Hütte überhaupt noch brauchen, wenn in (D)einer “neuen Gesellschaft” die Gewinnerzielung(sabsicht) abgeschafft wurde? Damit sein somalischer Nachbar es mit seiner Hilfe warm hat etwa? Lass’ es Dir sagen: Dann braucht er es überhaupt nicht mehr, während es ihm heute nur ungeheuer schwer ist, die Finanzierung dafür zu bekommen. Dann aber, wenn Deine neue Gesellschaft da ist, dann bleibt er in jedem Fall das, was er ist: Ein armer, somalischer Bauer, gänzlich ohne Chancen für sich und seine Kinder.
Lieber Ronald,
Dass Güter aufgrund “ihrer Nützlichkeit und ihres Bedarfs” produziert werde, hört sich gut an, ist aber gar nicht so einfach. Wie soll denn der Bedarf ermittelt werden, wenn nicht an der Ladentheke? Und dann hat man wieder das Problem, dass man mit geschicktem Marketing nach fast jeden Schwachfug eine Nachfrage generieren kann. Daher denke ich sehr starke an eine Einschränkung der Werbung. Denn wirklich nützliche und sinnvolle Güter werden.
Und: Konkurrenz ist ja nicht nur negativ. Die Aussicht auf individuelle Honorierung ist sicherlich für viele Menschen eine ordentliche Triebfeder für Innovationen (z.B. die Solaranlage). Wichtig ist dabei natürlich, dass diese Honorierung nicht rein monetär bemessen sein sollte – was sicherlich derzeit ins Extrem gerutscht ist.
FAZIT: Ich denke, wir müssen daran arbeiten, dass nicht Ausbeutung von Mensch und Natur lukrativ ist, sondern durch intelligente Rahmen verhindert werden und die Konkurrenz in einer gesellschaftlich wünschenswerte Richtugn gelenkt wird. (Mindestlöhne, Top Runner, Obergrenze für Ressourcenvernrauch (z.B. Flächenversiegelung, Fischbestände)
So weit meine Vorstellungen. Aber sich über Utopien auszutauschen ist immer gut.
Liebe Anne,
Warum sollte jemand Marketing betreiben, wenn er die Sachen nicht herstellt um Geld zu verdienen. Ich sprach von einer postkapitalistischen Gesellschft, bitte verwechsel dies nicht mit dem DDR-Modell, die DDR war staatskapitalistisch. Im weiteren finde ich es unredlich zu versuchen, einerseits das kapitalistische System zu belassen und andererseits den Staat zu bemühen es scheinbar einzuschränken, gerade der Staat beschützt das kapitalistische System, ohne ihn wäre es gar nicht mehr existent. Staat und Kapitalismus sind zwei Seiten der selben Medaille.
Wir müssen uns auch heute auch nicht überlegen, wie die Distribution dann funktionieren wird, weil die Menschen ihre eigenen Mittel und Wege finden werden, da sie nicht mehr von irgendwelchen Regierungen gesteuert werden. Ich könnte mir zum Beispiel eine Plattform ähnlich wie ebay durchaus zur Bedarfsermittlung vorstellen. Heute steht etwas anderes auf der Tagesordnung, nämlich dass die Ausserparlamentarische Opposition eine kritische Masse erreicht, wenn wir so weit sind, sehen wir weiter.
Und nein Konkurrenz ist immer eine schlechtere Alternative zu kooperierenden Modellen, das ist spieltheoretisch nachgewiesen. Triebfeder für Innovation kann auch gesellschaftliche Anerkennung sein, dazu muss keine Konkurrenz herrschen. Im übrigen wird in einer postkapitalistischen Gesellschaft (zumindestens im monetären Sinne) gar nicht mehr honoriert, warum weshalb … google Wertkritik, das würde den Rahmen des Blogs sprengen…
Bei deinem Fazit, machst du den gleichen Fehler wie die Sozialdemokratie damals bzw. hast den von Marx beschriebenen Fetischcharakter nicht verstanden.
Noch mal ein Teil des Zitates aus “Zeit des Zorns”:
“Das Kapital plündert und zerstört durch ihre Nutzung diese beiden einzigen Reichtumsquellen, immer auf der Jagd nach mehr Profit. Das ist sein Wesen, es ist der kapitalistischen Produktion immanent. Das Gequatsche, daß alles Schlechte nur an »gierigen« Bankiers und Managern läge, ist eben – Gequatsche. Gierig sind sie zwar oft auch. Aber die Struktur der kapitalistischen Produktionsweise zwingt sie zu dieser Jagd. Wer Mensch und Natur nicht maximal ausplündert, verliert in der kapitalistischen Konkurrenz.””
Erst denken, dann abschicken!
Zu deinem Abschlussatz “So weit meine Vorstellungen. Aber sich über Utopien auszutauschen ist immer gut.”
Was meinst du warum ich das Thema hier bei den Grünen platziert habe? Weil ich möchte, dass aus Utopien Wirklichkeit wird und dies zu unseren Lebzeiten. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn wir wollen… ganz im Sinne eines Barack Obama, auch wenn ich diesen auf Grund seiner neoliberalen Ausrichtung nicht besonders schätze.
Und was machen wir nun konkret? Ich will ja nicht langweilen, aber einfach nur abwarten, bis “die kritische Masse erreicht ist”, das ist unbefriedigend. Welche Schritte werden vorgeschlagen?
Sollen wir uns an Vorbildern orientieren? In Kambodscha wurde das mit der Abschaffung des Geldes etc. ja bereits ausprobiert. Leider haben die Nachbarn im Osten das Experiment beendet.
Mir mit der roten Khmer zu kommen ist ja wohl weit unter der Gürtellinie. Was verdient eigentlich ein katholischer promovierter Museumsdirektor aus dem Westen? Erhält er noch Buschzulage, dass er sich erniedrigt seine Existenz im Osten zu fristen?
Ich kenne keinen katholischen promovierten Museumsdirektor aus dem Westen in Greifswald. Aber das ist eigentlich auch nicht unser Thema.
Da man sich jetzt offensichtlich – aus Mangel an Argumenten? – auf persönliche Angriffe zurückzieht, die nichts mit der Sache zu tun haben, breche ich die Diskussion ab.
Schade, hätte eine interessante Debatte über die Machbarkeit von Utopien werden können
Aber vielleicht ist es auch besser so, wen man sieht, wie rasch anscheinend manche Vertreter bestimmter politischer Vorstellungen zum Mittel persönlicher Verunglimpfungen greifen.
Ich wollte nur darstellen, dass du offenbar zu den Profiteuren des jetzigen Systems gehörst, sonst hättest du es nicht nötig gehabt, mit solchen Vergleichen zu arbeiten.
Nachtrag: Im übrigen ist eine dreimalige argumentlose Wiederholung immer der gleichen Rhetorik keine Diskussion sondern reine Polemik, du warst an keiner Diskussion interessiert, sondern hast nur darauf gewartet, dass ich einen Fehler in meiner Argumentation mache, um mich zu demontieren.
Nachtrag 2: Ich bin im weiteren auch nicht davon ausgegangen, dich für eine entsprechende Manifestiatation gewinnen zu können, durch meine eigene Zeit bei den Greifswalder Grünen war mir bewußt, dass die Greifswalder Grünen ein durchaus elitärer Verein sind, dieses Problem gab es schon damals zu Burkhards Zeiten. Deshalb geht es mir in erster Linie um Leute wie Anne und Michael, bei denen alternative Themen noch zählen.
PS: Wenn wir die Diskussion jetzt rein parteipolitisch betrachten, fordere ich von den Grünen ein Rollback in die Zeit vor Ludger Volmer, sonst sehe ich keine Basis der Diskussion.
Nach dem Sieg der bürgerlichen Rechten in der BRD denken vielleicht auch Grüne darüber nach, in wie weit ihre Staatsaffirmität zielführend für die Umsetzung grüner Konzepte ist… Vielleicht sollte die APO-Idee von den Grünen doch nicht so polemisch bei Seite geschoben werden.
Nachtrag 3 (etwas verspätet): Anscheinend ist nicht weiter verwunderlich, dass Besitzstandswahrer sich nicht selten gleich kläffenden Hunden verhalten. Gerade im Abstand einiger Monate betrachtet ist Fassbinders Vergleich der APO mit der Roten Khmer fast schon lächerlich und zwängt fast den Vergleich mit den Veröffentlichungen des BND auf.
Wie aus den vergangen Veröffentlichungen der Grünen ersichtlich, verleugnen sie auch weiterhin jede Verlautbarung eines eindeutigen Bezuges zu ihren historischen Wurzeln. Bar jeder Vernunft im Obama-Fieber weggeschwemmmt, gibt es für sie nur einen Weg: den Weg aller bürgerlichen Parteien, den Weg in den Abgrund und in die Vergessenheit.
1. Manfred Peters
Kommentar vom 7. August 2009 um 09:50
Das ungeschminkte Gesicht eines Politstars
Zwei Tage in M-V können selbst gestandene Politiker(in) ganz schön schlauchen! Zu Beginn sah Claudia so aus:
http://www.webmoritz.de/2009/07/27/diskussionsveranstaltung-mit-claudia-roth-am-dienstag/
Das erschreckende Ergebnis im Beitragsfoto braucht nicht mehr kommentiert werden.
Ist M-V wirklich so grausam?