Der OB spielt nicht mehr mit

Ein wunderschönes Beispiel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen OB und Bürgerschaft bietet die Antwort unserer Verwaltungsspitze auf die kleine Anfrage der Grünen zur Stadthalle. Die Antwort des OB auf die kleine Anfrage zur Stadthalle spricht Bände über die Bereitschaft, Rechenschaft seitens der Verwaltung über ihr Treiben und Tun gegenüber dem Souverän der Kommunalpolitik, der Bürgerschaft, abzulegen.

Seiner, des OB, Ansicht nach habe er die meisten Fragen bereits beantwortet und zeigt sich unwillig, seine Antworten zu aktualisieren oder auch nur die alten abzuschreiben. Andere wichtige Antworten verschiebt er auf einen späteren Termin – und auf die diversen Geschäftsführer. Sieht so die Rolle des von der Bürgerschaft bestimmten Gesellschafters in den kommunalen Gesellschaften aus?

Immerhin beantwortet er die eine oder andere Frage, wenn auch mit nicht ganz befriedigendem Ergebnis.

Sicherheitstechnisch seien Theater und Stadthalle eine Versammlungsstätte, brandtechnisch jedoch zwei verschiedene Abschnitte. Aha.

Verkehrstechnisch wird es keine Änderungen geben. Vermutlich rechnen die “Betreiber” nicht mit erhöhtem Verkehrsaufkommen – was in Hinsicht auf das zu erwartende “Betreiberkonzept” eine deutliche Sprache spricht. Wenn ich die Antwort richtig verstanden habe, wird die Blum-Straße für die Anlieferung zur Wolgaster geöffnet – wir werden sehen, wieviele “Anlieferer” es in Zukunft geben wird.

Zwischen Theater und Stadthalle brandet der Lärm ungebremst durch die Mauern. Also in Zukunft: Entweder Theater oder Veranstaltung in der Stadthalle (wenn es dort denn welche gibt)!

Nachricht an alle, die den OB zweimal wegen ihrer Erinnerungen an die Feiern im Theatercafé gewählt haben: Es ist kein Betreiber für das TC in Sicht!

Aber die Übergabe des Stadthallenkomplexes ist ja auch erst Mitte Dezember…

2 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Norbert Kühl

Kommentar vom 2. Oktober 2009 um 20:26

Wird ja auch langsam unangenehm über das “Betreiben” nachzudenken, denn schon 3/4 der 90-er war klar, daß ein Betreiben ohne Zuschuß seitens der Stadt gar nicht geht!
Schon zu dieser Zeit stand fest, daß ca. DM 500.000/Jahr seitens der Stadt zugesteuert werden müssen, wenn die Halle erfolgreich betrieben werden soll – damit erübrigt sich jegliche weitere Diskussion.

Daß der OB dies nicht so recht erklären kann, liegt sicherlich daran, daß er zu dieser Zeit nicht am Ruder war und, daß ihm die Details evtl. bewußt verschwiegen wurden – er ist ja auch nicht vom Fach und daher kann ihm allein dieser Vorwurf nicht gemacht werden.
Hierzu wäre z.B. der 1. Senator in der Pflicht, aber der setzt sich ja ohnehin über die Beschlüsse der BS hinweg (“… ob Sie das hier beschließen oder nicht, dies ist ohne Belang …”)

Wie sagte ein Vertreter der WVG einst?: …”ob wir den Gewinn an die Stadt abführen oder das Geld (seinerzeit € 4,5 Mio.) in diese Halle stecken, verbrannt ist es ohnehin”…!

2. Ralf

Kommentar vom 3. Oktober 2009 um 13:47

Apropos Betreibung der Stadthalle. Nun hat ja die Gegenoffensive eingesetzt. Das gestrige Interview mit Ickrath ist bestimmt kein Zufall. Mit solchen Beruhigungspillen soll nun der Eindruck vermittelt werden es seien haufenweise Veranstaltungen geplant. Davon sollte man sich nicht blenden lassen. Das Haus ist noch eine halbe Baustelle mit nur dem nötigsten im Bereich Catering. Nach den ersten Veranstaltungen wird der laute Ruf erschallen, das ganze doch fertigzubauen. Auch das Theatercafe. Und dann wird die WVG die restlichen Millionen aufbringen müssen, um das Haus wirklich funktionstüchtig zu machen. Von Refinanzierung der Baukosten redet auch niemand mehr. Wieviel kostet denn eine Karte für den Silvesterball? Wäre mal interessant, welche Kosten da kalkuliert werden. Vermutung muss sein, dass nur die Kosten des Abends gedeckt werden (Getränke, Personal, Musik etc.). Denn wenn die vielen Millionen für die Renovierung mit eingerechnet würden, dann müsste die Karte sehr teuer werden. Und ob die anderen Veranstltungen zu den realen Kosten durchgeführt werden, muss auch erstmal abgewartet werden. Fazit: hier zahlt die/der Steuerzahler/in bzw. die Mieter/innen der WVG für das Vergnügen einer kleinen Gruppe.

3. Greifswald - Blog - 29 Sep 2009

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