Über den Bau des Atomkraftwerks in Lubmin
Ein interessanter Blogeintrag aus Pankow sollte weitere Verbreitung finden:
Bierbowle & Monteurskaffee im Atomkraftwerk
19. Dezember 2009 · 1 Kommentar

Es war genauso kalt wie jetzt. Irgendwas unter minus zehn Grad. Es war im Winter 1984. Gut zwei Jahre vor dem Gau in Tschernobyl bauten wir das Atomkraftwerk Lubmin. Direkt an den Ostseestrand. In Ruf- und Stromversorgungsweite Polens. Mit Stahl aus dem Westen, Arbeitern aus der DDR, Schweißelektroden aus dem Osten. Experten vom ZIS, dem Zentralen Institut für Schweißtechnik Halle. Und Monteuren aus Merseburg und Halle. Von der IMO (Industriemontagen), vom MLK (Metalleichtbaukombinat), vom SKET (Schwermaschinenkombinat Ernst Thälmann). Und Experten aus Russland, die sich auskannten mit Atomkraftwerken. Die auch schon den Bau des Reaktors in Tschernobyl betreut hatten.



1. Manfred Peters
Kommentar vom 20. Dezember 2009 um 12:22
Ein unwissender Monteur?
Zitat:”… Denn was die Monteure schon damals wussten, wurde nach 1990 auch offiziell bekannt: Die Baupläne für Lubmin waren Kopien aus Tschernobyl. …”
Die Lubminer Reaktoren waren Leichtwasserreaktoren ( auch Druckwasserreaktor) vom Typ WWER, während die Reaktoren in Tschernobyl Graphit moderierten Kernreaktoren vom Typ RBMK waren. D. h. es konnten keine Kopien aus Tschernobyl sein. Darüber sind in der Presse auch schon hunderte von Beiträgen erschienen.
Wer sich wirklich kurz und bündig weiter informieren möchte findet hier Auskunft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernreaktor
So bleibt der Blog-Beitrag aus “Pankow” eine Milieuschilderung eines “Helden der Arbeit”, der für sich in Anspruch nehmen kann, durch seine Arbeitseinstellung und seinen Fleiß die Talfahrt der
DDR-Wirtschaft ordentlich mit befördert zu haben.