Themenabend heute, Dienstag, ab 20:15: “Eine Welt aus Plastik”

Arte-Themenabend: «Eine Welt aus Plastik»

Wer in den Supermarkt geht, füllt sein Obst oder das Gemüse in Plastiktütchen, am Fleischstand verpackt der Schlachter das Kotelett in einen Kunststoffbeutel, an der Kasse wird noch nachgelegt: Zwei, drei Plastiktüten, um die Ware mitzunehmen. Alles längst Gewohnheit, Alltag.

Doch Fluch und Segen liegen nah beieinander beim Plastik. Der Stoff ist vielseitig verwendbar zum einen, andererseits stellt er eine wachsende Gefahr für die Umwelt dar. «Eine Welt aus Plastik» heißt der Arte-Themenabend an diesem Dienstag ab 20.15 Uhr.

Seit rund 100 Jahren sind Kunststoffe zum festen Bestandteil des Alltags geworden. «Plastik über alles» heißt der erste Beitrag von Filmemacher Ian Connacher, der zu diesem Zweck drei Jahre lang in zwölf Ländern auf fünf Erdteilen recherchierte. Die Dokumentation soll zeigen, wie Kunststoffe wiederverwendet, wie sie biologisch besser abgebaut und wie giftige Inhaltsstoffe vermieden werden können.

Doch bislang prägen Müllberge mit ihren giftigen Altlasten das Bild vieler Vorstädte dieser Welt. Auch im Pazifik wurden Connacher und sein Team fündig. Dort haben die Plastikabfälle inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen. Doch Interviews mit Wissenschaftlern und Experten zeigen Wege in eine hoffnungsvolle Zukunft auf – hoffnungsvoll sowohl für die Erde als auch für die Kunststoffe.

Lange Zeit schien die einzige Alternative zum Konsum im Verzicht zu bestehen. Doch inzwischen sucht eine neue Generation nach intelligenten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft, wie die Reportage «Die Öko-Revolution» (21.40 Uhr) beschreibt. Drei Vorreiter porträtiert Regisseur Frank Jastfelder in seinem Film.

Der Israeli Shai Agassi möchte mit seiner Firma «Better Place» die Weltherrschaft des Erdöls beenden. Dafür entwickelt er eine Infrastruktur für Elektroautos. Ein Netzwerk aus Lade- und Wechselstationen soll Strom aus erneuerbaren Energiequellen liefern. Bisher ist seine Firma in sechs Ländern aktiv. Auch wenn der ehemalige SAP-Vorstand bis vor zwei Jahren von Autos keine Ahnung hatte, ist er von seiner Vision überzeugt.

Die Münchnerin Claudia Langer war erfolgreiche Chefin einer Werbeagentur. Doch dann verkaufte sie die Firma und gründete die kostenlose Internetplattform Utopia.de. Damit will sie den Verbrauchern Orientierung geben in allen Fragen der Nachhaltigkeit und ihnen, wie sie selbst sagt, «zeigen, dass es für alles immer eine noch bessere Alternative gibt». 50 000 registrierte Mitglieder zählt ihr Forum für strategischen Konsum inzwischen.

Die Französin Hélène Pelosse erzählt nicht ohne Stolz von der Begeisterung, auf die sie als Direktorin der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) stößt. Die globale Beratungsstelle will allen Ländern weltweit bei der Umstellung auf erneuerbare Energien helfen. Ein großes Vorhaben, für das die 39-Jährige mitsamt ihrer Familie nach Abu Dhabi umziehen muss. Denn ausgerechnet hier ist die Zentrale von IRENA angesiedelt.

3 Kommentare

1. jojsk

Kommentar vom 14. Januar 2010 um 15:40

danke für den hinweis. hätte sonst mal wieder leider nicht so weit nach hinten in der fernsehzeitung geblättert.

2. Ralf

Kommentar vom 19. April 2010 um 18:45

Mann sollte endlich mal etwas erfinden was Plastik ersetzen kann. Gerade im Verpackungsbereich sollte das doch möglich sein. Der Elektroauto Beitrag ist sehr interessant. In Deutschland wird Shai Agassi mit seinen Elektroauto Wechselstationen wohl nicht punkten können. Die Deutschen Autohersteller wollen nämlich keine Abhängigkeit von einem Unternehmen. Dennoch finde ich die Idee sehr interessant.

3. drazen

Kommentar vom 7. September 2011 um 12:27

Plastik ist einer der Größten Probleme mit dennen wir in Zukunft käpfen werden. Auch bei den Elektroautos wird Plastik eingesetzt, das sollte man überdenken.

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