Keine Panik. Die FDP rechnet wieder.
Zahlen, die innerhalb von Restaurantgrenzen auf Restaurantrechnungen geschrieben werden, folgen nicht denselben mathematischen Gesetzen wie Zahlen, die in allen anderen Gegenden des Universums auf alle anderen Stückchen Papier geschrieben werden. (Douglas Adams: Das Leben, das Universum und der ganze Rest; London 1982)
Zahlen, die auf FDP-Parteitagen in FDP-Parteitagsbeschlüsse geschrieben werden, folgen nicht denselben mathematischen Gesetzen wie Zahlen, die in allen anderen Gegenden des Universums auf alle anderen Stückchen Papier geschrieben werden. (Axiom deutscher Politik; Berlin 2010)
Die GesundheitspolitikerInnen der grünen Bundestagsfraktion haben gestern eine Antwort auf eine kleine Anfrage zur Gegenfinanzierung der sogenannten „Kopfpauschale“ erhalten. Diese enthielt unter anderem folgende Aussagen:
Zur Gegenfinanzierung der Pauschale müssen zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 22 bis 35 Milliarden Euro generiert werden.
Das entspricht einer einheitlichen Anhebung der Grenzsteuersätze im jetzigen Einkommensteuertarif um drei bis fünf Prozentpunkte.
Bei einer linearen Verlängerung der zweiten Progressionszone müsste der Spitzengrenzsteuersatz auf 73% steigen.
Der von der FDP inständig herbeigesehnte Dreistufentarif würde erst bei den Stufen 24, 39, 49 zu einem entsprechenden Aufkommen führen.
Fazit: Steuersenkung, verfassungsgemäßes Existenzminimum und solide Haushaltspolitik lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Und die Kopfpauschale (warum denkt man bei diesem Begriff nur ständig an Kopfgeld?) passt da schon gar nicht rein. Aber wir sind gespannt auf die nächsten neuen Regeln aus dem faszinierenden Gebiet der FDP-Mathematik.



1. BibBob
Kommentar vom 10. Februar 2010 um 14:04
Netter Artikel. Soweit ich jetzt die FDP verstehe braucht man gar nicht mehr zu rechnen. Sind erst einmal die Steuern gesenkt, so steigen diese dann durch das Wirtschaftswachstum.
Vielleicht wird es uns genauso ergehen wie den U.S.A.. Clinten hatte einen ausgeglichen Haushalt mit einem leichten Überschuss. Busch trat dann an die Wirtschaft auf Vordermann zu bringen. Nach 8 Jahren neoliberaler Wirtschaftspolitik sind die U.S.A. nun total Überschuldet.
Kai, vielleicht liegt es daran das wir neoliberale Mathematik nicht vertehen. Also nun zur ersten Aufgabe 1:
3 – 1 * 4 = ?
Das neoliberale Ergebnis ist acht