Westerwelle
Die taz macht sich Gedanken zu den Thesen Pöbeleien Westerwelles und dessen Verhältnis zu den Grünen. Unter der Überschrift “Klassenbewusst wie die FDP” heißt es u.a.:
“Die Grünen sind das Pendant zur FDP. Die Künasts und Roths verkaufen ihre Politik nur mild mütterlich, während Westerwelles Rhetorik väterlich scheint, mitleidlos und rau. Die FDP sagt offen, dass Armut Mist ist und man mit ihr nichts zu tun haben will. Die Grünen hingegen würden das offen niemals aussprechen, aber sie leben so.” Mehr hier…
Dies könte ich jetzt so stehen lassen, wenn mir in den letzten Tagen nicht dauernd durch den Kopf gegangen wäre, dass Westerwelle eigentlich nur konsequent zu Ende denkt, was in Hartz IV angelegt ist: Workfare-Staat, Lohndruck, Bürger 2. Klasse und systematische Entrechtung der Betroffenen. Bereits das SGB II geht von einem Menschenbild aus, das dem Einzelnen unterstellt, sich mit der üppigen Regelleistung auf die faule Haut zu legen.



1. Kay Karpinsky
Kommentar vom 17. Februar 2010 um 19:54
Feddersen leitet seine These ja von der Feststellung ab, die Grünen (und ihre WählerInnen) eine die Abneigung gegen alles Prollige. Der Bogen, den er aus diesem (zutreffenden) Befund spannt, ist mir aber zu gewagt. Mit prollig umschreibt man einen bestimmten Fundus an Umgangsformen, mit materieller Armut darf das aber nicht gleichgesetzt werden.