Entwicklung des Gebietes am Hafen
Entwicklung des Gebietes an der Hafenstraße
Im öffentlichen Teil des Bauausschusses wurde gestern durch den Architekten des potenziellen Käufers Herrn Dr. Fernando das Investitionsvorhaben an der Hafenstraße vorgestellt. Entscheidend für die Realisierung des Vorhabens ist der Verkauf der Grundstücke im Bereich des B-Plans 55. Aufgrund der hohen Bedeutung des Gebietes um dem Museumshafen ist bei dem Verkauf des Grundstückes zuerst die Frage zu diskutieren, ob das Konzept der Bedeutung dieser Fläche gerecht wird. Erwähnt sei hier nur die Ryck-Residenz „Am St. Georgsfeld“.
Laut dem aktuellen Stand der Planung des Architekten wird parallel zum Ryck eine geschwungene 3-stöckige Bebauung das Gebiet in zwei Teile aufteilen. Durch diese Teilung entsteht ein Bereich für die Öffentlichkeit und ein Bereich für die Bewohner des Gebietes. Zwei öffentliche Achsen, die das Gebiet in Richtung der Wolgaster-Straße durchschneiden, bewirken eine breite Öffnung des Gebietes. Zudem zeigte die aktuelle Planung, dass im Planungsgebiet keine Durchgangsstraßen vorhanden sind. Der aktuelle Stand der Planung zeigte, dass die Planung des Gebietes gelungen scheint und eine sehr gute Basis für die Entwicklung des Gebietes darstellen kann.
Beim Themenkomplex „Energetisches Bauen“ sowie „Nachhaltiges Bauen“ blieb die Präsentation vage. Aufgrund der vielen New-Green-Words stellte sich während der Vorstellung des Projektes die Frage des Greenwashing. Zu hoffen ist, dass hinter den New-Green-Words mehr steckt als Luft.



1. Kay Karpinsky
Kommentar vom 10. März 2010 um 12:04
Die Detailplanung der Wohnbebauung war banal und kann im übrigen durch die Vorgaben ohnehin kaum variiert werden. Hinsichtlich der verkehrlichen Situation bleiben mehr Fragezeichen als wünschenswert, insbesondere die Querung des Hanserings als Voraussetzung zur Anbindung an die Innenstadt kam gar nicht vor. In mehreren Skizzen wurde der Hansering sogar wegretuschiert. Mir kam die Präsentation so vor, als hätte sich das Architekturbüro wenig Mühe gegeben, im Vorfeld die notwendigen Ortskenntnisse zu erwerben. Die sehr wuchtige Front passt, jedenfalls nach den gestern vorgelegten Bildern, ästhetisch nicht wirklich zum Speichergebäude.
Die viel wichtigeren Kritikpunkte blieben in der öffentlichen Sitzung (war ja auch nur eine “Information der Verwaltung”) außen vor. Es wird über die Gestaltung diskutiert und dabei so getan, als wären alle Voraussetzungen dafür schon geschaffen, so als hätte die Bürgerschaft am 12.4. und später nicht noch wesentliche Kompetenzen in dieser Angelegenheit. Die Frage nach der Person des Investors, seiner Verwendung der erzielten Gewinne und die der Stadt entstehenden finanziellen Schäden durch eine kurzssichtige Preispolitik beim Verkauf von Grundstücksflächen in attraktiver Lage sind von höchstem öffentlichen Interesse.
Die Präsentation des Architekten war demgegenüber, wie gesagt, banal.