Grün = FDP + Mülltrennung

Franz Walter
Gelb oder Grün?
Kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte in Deutschland

Transcript Verlag, Bielefeld 2010
ISBN-10 3837615057
ISBN-13 9783837615050
Gebunden, 145 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

In den letzten Jahren war viel von der Krise der Volksparteien die Rede. Den Nutzen hieraus zogen unzweifelhaft die Parteien der besserverdienenden Mitte: die FDP hier, die Grünen dort. Aber wie stabil ist die Hausse der beiden Parteien? Was verbindet ihre Anhänger, was trennt sie – sozial, lebensweltlich und politisch? Freie Demokraten und Grüne werden im Mehrparteiensystem die entscheidenden Scharniere der Koalitionsbildung sein. Aber was bedeutet das für die Zukunft der bundesdeutschen Gesellschaft?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.04.2010

Ganz offensichtlich ihren Spaß hatte Elisabeth von Thadden mit dieser “grundseriösen” Studie des Göttinger Parteienforschers Franz Walter zu den Wählermilieus von FDP und Grünen. Denn sie verbirgt aus Sicht der Kritikerin ihre (ansteckende) intellektuelle Freude am Gegenstand nicht, läuft gar an mancher Stelle zur schrillen Komik eines Gesellschaftsreports auf. Allerdings hat das auch seinen Preis, lässt diese Milieustudie aus ihrer Sicht doch auch manches beiseite, was sie “politisch” hätte “knistern lassen” können, lesen wir. So steht auf der Was-fehlt-Liste der Kritikerin ein Blick auf die “bisher unbeerbte Qualität” liberaler Nachkriegspersönlichkeiten. Auch spielen politische Realitäten zu ihrem Bedauern kaum eine Rolle. Außerdem fragt sie sich, ob der politische Mensch sich nicht verschaukelt fühlen wird, in dieser Studie lediglich als “Milieupflanze mit nettem Einkommen” betrachtet zu werden.

Hier geht’s zu einem Interview mit dem Autor.

3 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Manfred Peters

Kommentar vom 30. April 2010 um 00:08

Der Titel paßt ja so trefflich zur FDP-Greifswalds, den Rettern der Kleingärtner, die damit eine neue Klientel entdeckt hat.
http://www.fdp-greifswald.de/index.php?kreisID=&topicID=1&undertopicID=15&fraktion=&id=178

Da wurde also mehr als zwei Jahre unter der „tatkräftiger“ Teilnahme und Gestaltung der FDP in der Bürgerschaft eine neue Abfallgebührensatzung beraten und beschlossen, um nach dem Sprießen des ersten Grüns zu verkünden: „Wir Liberalen fordern deshalb eine Absenkung der Gebühren im Interesse der Bürger und der Umwelt“
Die neue Umweltpartei ist geboren – Hosianna!!!

2. Gregor Kochhan

Kommentar vom 30. April 2010 um 08:18

Dabei ist der Titel geklaut…

3. Manfred Peters

Kommentar vom 30. April 2010 um 08:55

Das würde ja auch wieder zur FDP passen, die durch ihre Politik das Geld des „Kleinen Mannes“ in die Taschen ihrer Klientel umleitet. Volkstümlich kann man das ja auch (legales) klauen nennen. Bei der FDP heißt es z. B. Gesundheits- oder Steuerreform.
Zur Kopfpauschale, wie das Kernstück der Gesundheitsreform euphemistisch heißt, hat sich u. a. der Chefberater des Gesundheitsminister gerade wie folgt geäußert: „Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn und Gesundheits-Staatssekretär Daniel Bahr (FDP) hätten sich dafür ausgesprochen, die Rentner zur Kasse zu bitten, da diese das Gros der Gesundheitsausgaben verursachten.”
Wenn das nicht der Ausstieg aus der Solidargemeinschaft ist?!
Mehr zu D. Bahr und seine Freunde:
http://www.daniel-bahr.de/

4. Freiheit - Greifswald wird Grün

Pingback vom 29. Juni 2010 um 13:06

[...] zu denken geben, dass der Facebook-Hype von einem FDP-Mitglied initiiert wurde? Oder sollte etwa dies zutreffen? Mir scheint [...]

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