Castoren nach Lubmin

Eine Pressemitteilung des bündnisgrünen Landesverbandes:

Bündnis 90/Die Grünen sehen ihre Befürchtungen bestätigt, dass Lubmin schrittweise zu einem der zentralen Atommüll-Lager Deutschlands wird, so Ulrike Berger, Landesvorstandsmitglied der Grünen. Noch im Laufe diesen Jahres sollen vier Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll nach Lubmin transportiert werden. Dies hat jetzt das Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt. Die Grünen kündigen Veranstaltungen und Proteste gegen den Transport an. Sie rechnen mit der Durchführung des Transports im Herbst. Zudem sei mit einem weiteren Transport von fünf Castor-Behältern aus Karlsruhe im Frühjahr kommenden Jahres zu rechnen.

„Dies ist ein Dammbruch, denn jetzt geht es bei Transporten durch unser Land und bei der Lagerung in Lubmin erstmals um hoch radioaktiven Atommüll aus westdeutschen Atomanlagen. Dabei handelt es sich um Atom-Müll aus Anlagen in Karlsruhe und um Brennstäbe aus dem Forschungsschiff „Otto Hahn“ des Forschungszentrums Geesthacht“, kritisiert Ulrike Berger. „Dabei ist Lubmin für die Lagerung von hoch radioaktiven Abfällen völlig ungeeignet. Mögliche Schäden an den Castor-Behältern können in Lubmin nicht behoben werden, da hier ein dafür geeigneter abgeriegelter Raum fehlt, die sogenannte „Heisse Zelle“.“

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B´90/Die Grünen Landesgeschäftsstelle M-V
Ulrich Söffker – Landesgeschäftsführer
Gaußstr. 5, 19055 Schwerin
Tel. 0385/5574-356, Fax -229
Funk 0176/430 650 11
ulrich.soeffker@m-v.gruene.de

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat es genehmigt.

1 Kommentar

1. Insider

Kommentar vom 22. Mai 2010 um 12:57

Atomindustrie: Kein Geld für die Asse

Die Atomindustrie will sich trotz aller Appelle aus der Politik nicht an den Milliardenkosten für die Sanierung der maroden Atommülldeponie Asse beteiligen.Vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages bekräftigte gestern der frühere Cheflobbyist der deutschen Atomwirtschaft, Walter Hohlefelder, das kategorische Nein der Energieversorger, einen Teil der auf 3,7 Milliarden Euro geschätzten Sanierungskosten mitzutragen.

Hohlefelder begründete dies mit der zu Zeiten der Großen Koalition von Union und SPD verabschiedeten Atomgesetznovelle, in der zur Deponie Asse festgelegt sei: „Die Kosten für den Weiterbetrieb und die Stilllegung trägt der Bund.“ Zudem hätten die Ener-gieversorgungsunternehmen zumindest für die von ihnen direkt im ehemaligen Salzbergwerk eingelagerten Abfälle Gebühren gezahlt. Diese möge man aus heutiger Sicht vielleicht als zu gering einstufen; damit seien aber alle Forderungen abgegolten, betonte der 64-Jährige, der zuletzt als Präsident des Deutschen Atomforums und davor als Manager von Eon und Atom-Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium tätig war.

Hohlefelder räumte weiter ein, dass die Industrie allerdings für einen Großteil des in 126000 Fässern in der Asse untergebrachten Mülls nicht zur Kasse gebeten wurde. Einer Vereinbarung zufolge habe man abgebrannte Brennelemente kostenfrei zur Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe liefern können.

http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/2105-now-asse-2sp.html

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