Erst Roland, dann Horst…

… leider kommt in dieser Gegend bekanntermaßen alles erst 40 Jahre später an (oder waren’s hundert?), so daß bis zum endgültigen Absturz der CDU in Greifswald wohl noch ein Weilchen vergehen wird.

Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten.

Roland ging in die Wirtschaft, Horst stolperte über die Außenwirtschaft:

“In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren – zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden – und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”
Quelle: Bundespräsident Köhler auf dem Rückflug von Afghanistan nach Berlin gegenüber dem Deutschlandradio, 21.05.2010

Aber Respekt vor Horst: Im Unterschied zu vielen anderen (Adam, König, Liskow) zieht er Konsequenzen aus seinam Handeln!

Mehr dazu hier.

13 Kommentare

1. G. Bieck

Kommentar vom 31. Mai 2010 um 16:52

Es ist ein reines Theaterspiel, welches Politiker hervorragend beherrschen.
Seit wann sind deutsche Truppen in Afghanistan?
Welche Parteien haben zu dem Zeitpunkt regíert?

Herr Rose, Sie haben hier ein junges Publikum, viele greifswalder Studenten, aber auch diese jungen Menschen sind nicht so dumm und wissen sehr wohl, welche Parteien die Soldaten nach Afghanistan geschickt haben.

Auch kleine Kommunalpolitiker sollten nicht so tun, als ginge sie das nichts an.
Nun mag es sein, dass einzelne Mitglieder nicht für diesen Einsatz stimmten, jedoch sind auch diese Mitglieder dieser Partei, die den Einsatz letztendlich beschlossen haben.

Weder Ihre noch eine andere Partei hat bisher offen gesagt, worum es in Afghanistan geht.

Köhlers Rücktritt in diesem Blog für ein kommunales schmutzige Wäschwaschen zu benutzen halte ich für völlig daneben.

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.

Vielmehr hätte ich mir Aufklärung zu diesem Einsatz von den Grünen gewünscht, aber das geht schlecht, weil die Grünen ja ebenfalls hinter diesem Einsatz stehen.

Ob nun jemand Grün oder schwarz wählt ist letztendlich völlig wurscht. Wer doch grün wählt, der wird sich hinterher schwarz ärgern, zumindestens was den Einsatz in Afghanistan betrifft.

Haben Sie denn wirklich nicht gewusst, welche Aufgabe die deutschen Truppen in diesem Land haben?

2. Ulrich Rose

Kommentar vom 31. Mai 2010 um 17:05

Sehr geehrte Frau Bieck,

die Greifswalder Grünen bereiten zusammen mit dem PSZ eine zweitägige Veranstaltung zu Afghanistan, dem Truppeneinsatz dort und den Menschen aus Afghanistan, die hier in Deutschland zu leben gezwungen sind, vor. Sie findet am 3. und 4. Juli im St. Spiritus statt.

Insofern sind wir sehr wohl über das informiert, was Horst Köhler vor laufendem Mikrofon ausgeplaudert hat – und zwar schon lange! Zum bundesdeutschen Einsatz in Afghanistan hat es sogar schon eine Sonder-BDK (Sonder-Parteitag) der Grünen gegeben.

Ich lade Sie ein, die Greifswalder Veranstaltung mit vorzubereiten und durchzuführen – anstelle allgemeiner, niemanden weiterführender Politikerschelte (die ist nämlich wohlfeil an jeder Ecke zu haben!).

Nähere Informationen hier und hier.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ulrich Rose

3. Gabriele Bieck

Kommentar vom 31. Mai 2010 um 18:56

Sehr geehrter Herr Rose,

was Sie hier auf kommunaler Ebene veranstalten ist die eine Seite, allerdings hat das wenig mit dem zu tun, was Ihre Politikerkollegen auf der höheren Ebene entscheiden.

Und trotzdem ist es nicht zu leugnen, was unter ro-grün Gesetz wurde. Das will ich hier gar nicht alles aufzählen.

Ich will mich zu diesem ganzen Politikkram auch nicht weiter äußern.

Für mich sieht diese Angelegenheit für die Grünen eher danach aus:

Erst ein unabsehbares Chaos mitschaffen und sich dann als Tröster darstellen wollen.

Was soll Ihre Veranstaltung bewirken?
Worüber wollen Sie aufklären? Hier sollten Sie viele, viele Jahre in die Geschichte zurück gehen.

Nehmen Sie es nicht persönlich, aber ich sehe solche Veranstaltungen als reines Alibi.

Wer wollen Sie nun sein?
Teilen sich die Grünen nun in gute und böse Grüne?

Ich werde mich nicht an solchen Veranstaltungen beteiligen, weil ich dahinter nichts weiter als Heuchelei sehe.

Mich überkommt die Wut, wenn ich sehe, dass nun ausgerechnet Grüne, die sich nun zu den guten Grünen zählen wollen, sich diesem Thema widmen, nun in der Opposition.

Was glauben Sie, was es den Müttern, die in Afghanistan ihre Söhne verloren haben, nützt, wenn die Greifswalder Grünen nun meinen, Sie haben damit nichts zu tun?

Was glauben Sie, wie es den vielen vielen Zivilisten in Afghanistan geht, die nahe Angehörige verloren haben.

Ob es Ihnen nun passt oder nicht, es waren auch die Grünen, da gehören Sie mit dazu, auch wenn Sie jetzt einer von den “guten Grünen” sein wollen, die diesen Einsatz mit beschlossen haben und damit will ich nun absolut nichts zu tun haben.

4. Gregor Kochhan

Kommentar vom 31. Mai 2010 um 21:44

Hallo Uli,
Respekt wäre angebracht, wenn Köhler wegen eingestandenen Fehlverhaltens zurück getreten wäre. Erklärtermaßen fühlt er sich aber bewußt fehl interpretiert. Er ist gekränkt (Spiegel) oder fühlt sich beleidigt (Süddeutsche).
Dafür, dass jemand als beleidigte Leberwurst abtritt, muss man keinen Respekt zollen.

5. Manfred Peters

Kommentar vom 31. Mai 2010 um 23:02

Die Griechen sollen ihr Insel verkaufen, um ihre Staatsfinanzen zu sanieren.
Wie wäre es, wenn wir Schloss Bellevue verkaufen würden und Präsidentschaft sowie Entourage abschaffen, da beides Letztere schon lange flüssiger als Wasser? Sicher könnten wir damit einige Millionen erzielen bzw. jährlich 30 Millionen € (jährlicher Etat Bundespräsidentschaft) sparen. Eigentlich die berühmten Peanuts aber irgendwo muss man ja anfangen.
Die Gesetze, die der Bundespräsident ab und zu unterschreiben muss, landen doch sowieso regelmäßig vor den obersten Gerichten des Landes. Also gleich dort immer eine hochnotpeinliche Prüfung vornehmen. Zur Begrüßung von Staatsgästen werden die besten Schauspieler jährlich von einer Jury unter Leitung von Dieter Bohlen ausgewählt oder wir nehmen gleich „Lena Meyer-Landshut“.
Die inzwischen schon gehandelten „Ersatzkandidaten“ wie Rüttgers oder Stoiber erzeugen bei mir den kalten Schauer. Der Jubel der Satiriker wäre Ihnen aber sicher.

6. Ulrich Rose

Kommentar vom 1. Juni 2010 um 09:18

Sehr geehrte Frau Bieck,

dann brauche ich Sie ja zu dieser Veranstaltung gar nicht erst einzuladen – ist ja alles nur Heuchelei!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ulrich Rose

7. Z.

Kommentar vom 1. Juni 2010 um 10:48

»Wer wollen Sie nun sein?
Teilen sich die Grünen nun in gute und böse Grüne?«

eine berechtigte, ins schwarze treffende frage …

» Mich überkommt die Wut, wenn ich sehe, dass nun ausgerechnet Grüne, die sich nun zu den guten Grünen zählen wollen, sich diesem Thema widmen, nun in der Opposition.«

genauso treffend.

anstatt hier die beleidigte leberwurst (oder tagesaktuell: den beleidigten köhler) zu spielen, erklären sie doch hier mal, wie sie diesen spagat denn schaffen wollen, herr rose?

8. Kay Karpinsky

Kommentar vom 1. Juni 2010 um 11:14

Ich wär ja immer noch für Franz Beckenbauer. Redet ähnlich viel Mist wie Köhler, kommt dabei aber viel positiver rüber. Kennt sich wenigstens bei einem wichtigen Thema gut aus und passt ansonsten optimal zur Belanglosigkeit des Amtes.
Und es würden sich für die anfallenden Ausgaben bestimmt genügend Sponsoren finden.

9. Martin

Kommentar vom 1. Juni 2010 um 13:46

passend zu Beckenbauer – Ich habe das Gefühl, Herr Rose bloggt sich hier zielsicher ins Abseits.

Dank seinen Äusserungen weiss ich jedenfalls warum Grün von mir keine Stimme mehr bekommen wird. Ich jedenfalls war erschrocken wie schnell Grüns in der Politik flexible Moralvorstellungen vertraten…

Herr Rose zwingt mir mit seinen Äusserungen hier die unfreiwillige Vorstellung eines kleinen HJ Burschen auf der in Seiner Ortsgruppe gegen die Politik seines Führers wettert und meint mit ner kleinen Gesprächsrunde wäre das erledigt ;)

10. Gabriele Bieck

Kommentar vom 1. Juni 2010 um 23:10

Guten Abend Herr Kochhahn,

eine Frage: Welches Fehlverhalten hätte denn Herr Köhler Ihrer Meinung nach eingestehen müssen, von dem Sie nichts wissen?

11. Gregor Kochhan

Kommentar vom 2. Juni 2010 um 10:32

Hallo Frau Bieck,
ich wollte gar nicht auf ein konkretes Fehlverhalten abstellen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass eine beleidigte Reaktion keinen Respekt verdient.

12. G. Bieck

Kommentar vom 2. Juni 2010 um 16:43

Guten Tag Herr Kochhan,

egal, Köhler geht, jemand anderes wird kommen und ich hoffe, dass die jungen Männer schnellstmöglich aus Afghanistan nach Hause kommen.
Allein die Vorstellung, mein Sohn wäre als Soldat in diesem Land….ich will gar nicht weiter denken.
Auch mir blieben bitter böse Diskussionen diesbezüglich nicht erspart.
Ich habe für keinen Politiker, egal welcher Parteizugehörigkeit Verständnis, der unendlich viel Leid über Familien brachte.
Und wofür das alles?
Ich habe auch keine Lust, wieder Politikerschelte an die kommunalen Grünen zu verteilen, wobei ich diese Rolle immer noch nicht so ganz verstanden habe, aber je mehr ich mich mit den Grünen beschäftigt habe, umso grösser wurde meine Enttäuschung, vor allem über diesen Einsatz in Afghanistan.

13. Manfred Peters

Kommentar vom 6. Juni 2010 um 22:17

Aktualisierung: Neudeutsch Update
Jetzt hat sich auch der NDR meinem Vorschlag angeschlossen*:
http://extra3.blog.ndr.de/2010/06/03/schlegl-in-aktion-bellevue-for-sale/

* Zufall oder Idee geklaut?!

Einen Kommentar schreiben