Sozialausschuss: Sparpaket der Bundesregierung ist sozial unausgewogen
Gregor Kochhan am 10. Juni 2010 | 5 Kommentare
Der Sozialausschuss der Universitäts- und Hansestadt Greifswald konnte sich in der gestrigen Sitzung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner für eine Presseerklärung zum Sparpaket der Bundesregierung einigen. Einstimmig wurde das Paket als sozial unausgewogen bezeichnet. Mit diesen Kürzungen würden nicht die Verursacher der Krise, sondern diejenigen zur Kasse gebeten, die am stärksten unter den Krisenlasten zu leiden haben, nämlich die Arbeitslosen und ihre Familien sowie die kommunalen Haushalte, heißt es.
Wir berichteten bereits am 08.06.10 über die “Kinderarmut mit System” im Sparpaket. Dabei ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir unterstellten der Bundesregierung, dass sie das Elterngeld bei ALG II-Berechtigten “wegfallen” lassen wolle. Doch so unsozial ist sie nicht, unsere Regierung. Vielmehr heißt es in der Koalitionsvereinbarung unter dem Titel “Stärkung von Beschäftigungsanreizen und Neujustierung von Sozialleistungen” lediglich, dass das Elterngeld anlog dem Kindergeld für Arme geregelt werden soll. Das heißt dann nicht, dass es wegfällt, sondern dass es lediglich vollständig als Einkommen auf das ALG II angerechnet wird. Unter dem Strich zwar das Gleiche, klingt aber schöner…
Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Zur Neujustierung von Sozialleistungen: Dabei geht es darum, dass so genannte Pflichtleistungen in Ermessensleistungen umgewandelt werden sollen. Rechtsansprüche werden beschnitten und der Willkür bei Eingliederungsleistungen Tür und Tor geöffnet, und dies wird dann als “erweiterte Handlungsspielräume” für die Bundesagentur für Arbeit verkauft. Weniger Rechte für´s Prekariat stärken somit die Grundpfeiler unserer Zukunft.


1. Rudi
Kommentar vom 11. Juni 2010 um 05:03
In diesem Staat ist seit Rot/Grün nichts mehr sozial ausgewogen!
http://www3.ndr.de/sendungen/panorama_die_reporter/panorama470.html
http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/06/das-ist-schon-keine-kriegserklarung.html