Diagonalquerung – zur Klarstellung!

Selbst bei der Diagonalquerung der Europakreuzung für Radfahrer (und das bitte ich den Beschwerdeführer beim Landesrechnungshof und Axel Hochschild nach seinem verquasten Leserbrief zu beachten) wird das meiste Geld für Autofahrer ausgegeben.

Die angeblich so hohen Kosten für die spinnerten und kriminellen Radfahrer setzen sich folgendermaßen zusammen:

Aufbau von Ampeln und Markierung der Fahrbahn für Radfahrer: 25.000 €

Und Schluß.

Dann kommt für unsere bzw. wegen unserer geliebten Blechritter noch dazu:
- Fahrbahnverringerung: 100.000 Euro
- Umstellung der gesamten Ampelanlage auf LED-Technik: 25.000 Euro
- Fortsetzung der Fahrbahnverringerungen in den Hansering und die Wolgaster Straße: 50.000 Euro

Die Summe der Beträge entspricht der Extremvariante von 200.000 Euro, die in der Presse gehandelt wird. Veranschlagt, je nach ausgeführter Variante, sind 100.000 bis 128.000 Euro.

Kosten des Radverkehrs: 25.000 Euro
Kosten des Autoverkehrs: 100.000 Euro.

Auch hier sieht man, wie sich Autofahrer Vorteile auf Kosten des Rests der Welt erschleichen und gleichzeitig auf RadfahrerInnen einprügeln…

Grüße an den Beschwerdeführer und Herrn Hochschild!

17 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Blechritter

Kommentar vom 16. Juni 2010 um 23:38

Also Herr Rose, Sie sind ja bekannt dafür, öfter mal Sachen etwas sehr frei auszulegen. Aber was Sie hier an Kostenkalkulation abliefern ist doch schon mehr als unverschämt. Wenn man Ihre Kostenaufstellung so durchgeht ist es ja wohl etwas sehr schön gerechnet mal eben die Kosten für die Fahrbanverringerung von in Höhe von 150000 den Autofahrern anlasten zu wollen – aus Sicht eines Autofahrers bräuchte die Farbahnbreite ja wohl nicht verringert werden, sondern einzig und allein weil ein paar Radfahrer nicht einmal 2 Minuten an einer Kreuzung warten kann wie jeder Autofahrer und Fußgänger und die Mehrzahl der Radfahrer auch.
Als Autofahrer würde ich mir ja eher einen Kreisverkehr wünschen, wie es ihn an dieser Stelle schon mal gab.
Seriöse Kommunalpolitik sieht anders aus,als hier mit Taschenspielertricks die Kosten für eine reines Prestigeobjekt klein zu rechnen.

2. Martin

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 00:47

oje… weil die Fahrbahn für wen nochmal verringert wird..?

Um eins vorweg klarzustellen: Mir ist es völlig egal ob der Umbau passiert oder nicht.

Aber hier die Umstellung auf LED und die Verringerung der Fahrbahn den Autofahrern anzulasten finde ich unangebracht. Denn auch hier sieht man wie Herr Rose sich Vorteile aufgrund des Rests der Welt erschleicht und auf Autofahrer (grundlos) einprügelt…

Gute Nacht :)

3. Robert

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 08:56

Lieber Martin

Natürlich ist es sehr leicht immer aus der Sicht des Betroffenen zu diskutieren. Betrachtet man die gesamte Situation der Europakreuzung so ist festzustellen, dass insgesamt 14.000 Fahrradfahrer und 35.000 Kfz die Europakreuzung täglich queren. Alleine aus dem Verhältnis wird klar, dass die Einrichtung einer Diagonalkreuzung sinnvoll ist. Zudem gehe ich davon aus, dass die Einrichtung einer Diagonalquerung die beste Lösung für alle Verkehrsteilnehmer sein wird.

P.S. Auf der heutigen Sondersitzung der OTV-Innenstadt (17.06.2010) stellt Herr Imhorst das Projekt vor. Als Bürger hättest Du dort Gelegenheit, Dich über die Planungen ausgiebig zu informieren. Näheres unter:

http://blog.gruene-greifswald.de/2010/06/14/diagonalquerung-europakreuzung/

4. lebewesen

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 11:00

mich interessiert was die Umstellung auf LEDs an Kosten (Strom Wartung) sparen würde. Hat jemand Zahlen für eine “größere Kreuzung” wie die Europakreuzung? Ich hab jetzt nur eine Zahl aus Bremerhafen ergoogelt für eine “mettelgroße Kreutzung”

“Niedrigerer Stromverbrauch und geringere Wartungskosten ergeben für eine Ampelanlage einer mittelgroßen Kreuzung eine Ersparnis von 1000 Euro im Jahr.”
Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de/Home/Region/Bremerhaven/LED-Leuchten-in-Ampeln-im-Kommen-_arid,287723_puid,1_pageid,16.html

5. mir

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 11:27

Was haben Fahrbahnverringerung und Umstellung der Ampelanlage auf LED-Technk überhaupt mit der Diagonalquerung zu tun? Wenn es mit der Aufstellung von Ampeln für die Radfahrer und der Fahrbahnmarkierung für Radfahrer getan ist, wieso werden dann die Fahrbahnverringerung und die Umstellung auf LED der Diagonalquerung als Kosten aufgeführt? Sind das nicht eher Kosten, die mit der Querung an sich nichts zu tun haben?

Wenn ich mir ein Katzenklappe in die Tür baue und gleichzeitig die Wände streiche und eine Energiesparlampe kaufe, dann wäre es wohl verfehlt die Kosten für letzteres der Katzenklappe zururechnen…

6. G. Bieck

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 11:36

Mein Gott, das sind Sorgen.

Diagonalquerung

Mich beschäftigt etwas ganz anderes, nämlich die braune Brühe im Golf von Mexiko, die auch bald bei uns zu sehen sein wird.

Dann mache ich mir Gedanken über den Fisch, den ich kaufe oder bald doch lieber nicht mehr, weil ich gar nicht weiss, aus welcher Region der Fisch in unsere Geschäfte kommt und weil nicht nur das Öl das Wasser verpestet, sondern auch die Giftmischung, die BP versprühte.

Am 20. April (da war doch noch was) begann die Katastrophe.
Seit zwei Monaten sprudeln Unmengen ununterbrochen Öl ins Meer und ich ahne, dass diese Katastrophe von Menschenhand nicht zu stoppen ist, wenn es bis heute nicht gelang und hoffe trotzdem, dass meine Ahnung falsch ist.

Ich vermute schon, jetzt sind wieder die Blechritter Schuld, weil sie auf ihre Blechkiste nicht verzichten wollen.

Bitte nicht vergessen, dass die Blechritter auf ihre Blechkisten angewiesen sind, weil unser System ein Übermaaß an Flexibilität abverlangt und die öffentlichen Verkehrsmittel dem nicht gerecht werden und ausserdem viel zu teuer sind.

7. Robert

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 12:56

Die Verwaltung schätzt, dass bei der Umstellung der Ampelanlage auf LED-Technologie eine Einsparung von 8.000 € realisiert werden kann. Die Kosten für die Umstellung der Ampelanlage auf LED-Technologie der Europakreuzung werden auf 25.000 € geschätzt.

8. Robert

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 13:08

Hallo G. Bieck

Dein Artikel trifft es auf den Punkt. In den Golf von Mexiko strömen Massen von Erdöl und gleichzeitig liest am in der Ostseezeitung die folgenden Meinungen:

….. CDU-Fraktionschef Axel Hochschild sagt: „Wir haben unter zwei Voraussetzungen zugestimmt. Es darf nicht mehr als 100 000 Euro kosten und kein Verkehrsteilnehmer darf benachteiligt werden. Ich sehe aber bei diesem Projekt eine Benachteiligung der Autofahrer, wenn eine Linksabbiegerspur entfällt.“ Klaus Heiden von den Freien Wählern meint, dass die vom Planer genannten 20 Tonnen CO2-Einsparung durch den Umbau preiswerter erreichbar seien. Oder durch die seit langem geforderte Grüne Welle in der Wolgaster Straße, meint Hochschild……..

Tschau Robert

http://www.ostsee-zeitung.de/greifswald/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2801436

9. Kryobob

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 13:42

Info des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

“Die Europakreuzung in Greifswald könnte die erste Straßenkreuzung Deutschlands sein, die Radfahrern eine diagonale Überquerung erlaubt. Bereits mehrer Institutionen haben sich mit einer möglichen Diagonalquerung der Greifswalder Europakreuzung beschäftigt, unter anderem das Landesverkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock, die sich beide für die Diagonalquerung für Fahrradfahrer aussprechen. Während einer Sondersitzung der zuständigen Greifswalder Ortsteilvertretung wird das Projekt ver Öffentlichkeit vorgestellt.”

In einer Sondersitzung der Ortsteilvertretung Innenstadt am 17. Juni 2010, 18 Uhr, Rathaus, Senatssaal steht die geplante Diagonalquerung der Europakreuzung für Radfahrer auf der Tagesordnung.

10. lebewesen

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 13:48

danke für die Antwort

11. Oliver Wunder

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 14:39

Hat Herr Hochschildt geschlafen? Das Wegfallen der Linksabbiegerspur war schon seit Monaten im Gespräch. Das ist keine neue Entwicklung. Wäre Herr Hochschildt auf der letzten Bürgerkonferenz zum Kommunalen Klimaschutz gewesen, hätte er das gwusst.

12. Alexander Gerberding

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 17:02

Ich dachte, die Herrichtung der Diagonalquerung wäre längst beschlossen?! Sie ist wohl bisher “nur” angedacht?

13. Martin

Kommentar vom 17. Juni 2010 um 23:26

Hallo Robert,
ist es Absicht oder mangelnde Lesekompetenz aufgrund derer ich Deine Antwort erhielt..?

Meine Kritik galt explizit dem Beitrag vonn Herrn Rose der hier öfter mal über die Strenge schlägt und dafür gesorgt hat, dass meine bisherige Stimme für Grüns in zukunft wegfällt.

Aber für Dich nochmal zum Mitschreiben: Mir ist es egal ob die Diagonalquerung eingerichtet wird oder nicht. Hier aber auch nur eine einzige müde (ex)Mark den Autofahrern in die Schuhe schieben zu wollen entbehrt jeder Grundlage. Wer es nicht glaubt soll doch einfach mal den Ort des Geschehens betrachten. Dort rollt der Verkehr… :)
ergo ist jeder Cent nur notwendig aus Sicht des Radfahrers…
Aber Herr Rose sieht das sicher anders… Ich hoffe es ist nicht der Starrsinn des Alters der einige seiner Posts so weit aussen stehen lässt, dass man meint er sei etwas abgehoben fern jeder Realität…

14. Kryobob

Kommentar vom 18. Juni 2010 um 09:20

Hallo Alexander,

auf der gestrigen OTV-Innenstadt hat sich die Mehrheit mit 5 zu 2 gegen die Diagonalquerung ausgesprochen.

Die Argumente der Bürgerliste waren:

1.) Erhötes Unfallrisiko für Fahrradfahrer durch die Querung

2.) Zuerst sollten die Fahrradzubringer umgebaut werden

Die Argumente der CDU waren:

1.) Zunahme von Rückstau durch den Wegfasll der Linksabbiegerspur

2.) Kostensteigerungen

3.) Wegen einer Zeitersparnis von einer Minute für Fahrradfahrrer macht die Einrichtung der Fahrraddiagonalen keinen Sinn

Tschau Robert

15. Sergo

Kommentar vom 19. Juni 2010 um 14:58

Flashmob Greifswald am 12.06.09 – Europakreuzung

http://www.youtube.com/watch?v=laYSRaLYfk8&feature=related

16. Ines

Kommentar vom 20. Juni 2010 um 16:49

Also, wer täglich mit dem Fahrrad die Europakreuzung queren muss, setzt sich wohl eher auf den dafür vorgesehenen Fahrradwegen einer Gefahr aus – massenhaft Fahhradfahrer mit viel zu wenig Platz auf den dafür vorgesehenen Wegen. Will mann dann auch noch nicht gerade aus weiter fahren sondern nach links oder rechts, behindert man die anderen Radfahrer. Das hier so wenig Unfälle passieren, wundert mich. Da ist das Queren der Kreuzung deutlich weniger gefährlich – zumindest muss man nicht befürchten, dass einen einer hinten reinfährt oder dass man schlimmstenfalls frontal zusammengurkt.
Ich denke, wenn man die Situation anders verbessern wollte als geplant, müsste man im gesamten Kreuzungsbereich die Fahrradwege verändern – bestimmt nicht weniger aufwändig als die geplante Variante. Ich bezweifele sogar, dass dies sinnvoll möglich wäre.
Übrigens: Genauso katastrophal der Weg von der Europakreuzung zum Mühlentor, wo man immer um die Fußgänger herumfahren muss, weil hier der Verkehr völlig unreguliert ist.

17. Martin

Kommentar vom 21. Juni 2010 um 10:07

“Genauso katastrophal der Weg von der Europakreuzung zum Mühlentor, wo man immer um die Fußgänger herumfahren muss, weil hier der Verkehr völlig unreguliert ist.”

Wer genau hinsieht kann einen rötlich gefärbten Streifen erkennen…
Dieser ist allerdings hinfällig…
Also sollte das Rechtsfahrgebot greifen…
Wie so oft ist das Fahren im Rudel gerade unter Jüngeren sehr beliebt. So ist es nicht verwunderlich, dass ein gewisses Chaos entsteht. Dasselbe an der Kreuzung. Wenn der Weg nicht breit genug ist..? Man stelle sich diese Aussage von Autofahrern vor. Dessen Gefährt ist relativ zur Fahrbahnbreite gesehen auf noch engeren Wegen unterwegs. Um die Angst vor Kollision gering zu halten wird Autofahreren etwas über Sicherheitsabstand gelehrt. Auch weichen sie nicht einfach auf andere Wege aus. Ungeachtet der dortigen Personen. Nein, der gemeine Autofahrer bleibt einfach stehen und wartet bis es vor ihm weitergeht. Das kann man einem Radfahrer natürlich nicht zumuten. Wo kämen wir da hin würden sich diese in der Masse an einfachste Sicherheitsregeln halten? Und damit meine ich lediglich Abstand untereinander und zu Fussgängern und angepasste Geschwindigkeit sowie absolute Rücksicht beim Fahren auf Gehwegen. Eine ausreichende Beleuchtung zu fordern kommt mir gar nicht mehr in den Sinn. Denn das kann man nun wirklich nicht auch noch verlangen von den guten, viel schlaueren und auch hübscheren Fahradfahrern.

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Unterm Strich bleibt anzumerken, dass ich auch gern mit dem Rad unterwegs bin und noch lieber zu Fuss gehe. Autofahren ist für mich Mittel zum Zweck.

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