Atomkraft? Nö!
Protest gegen überflüssigen hochradioaktiven Atommülltransport bei der GKSS in Geesthacht
Seit Dienstagvormittag haben Atomkraftgegner in Geesthacht gegen den bevorstehenden Abtransport von radioaktiven Brennelementen aus dem ehemaligen Atomforschungszentrum GKSS protestiert. Zeitweise versperren Kletteraktivisten die Hauptzufahrt der GKSS in luftiger Höhe. Anlass ist der unmittelbare Beginn des LKW-Transports.
Ziel der Fuhre mit Brennstäben aus dem Forschungsschiff “Otto Hahn” ist die Atomfabrik Cadarache im Süden Frankreichs, wo eine Neuverpackung stattfinden soll. Später soll der Müll dann in das Zwischenlager Lubmin bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) – ohne Langzeitlösung.
Die Stadt Hamburg hatte vergangenen Montag einen “48-Stunden”-Vollzug für den hochradioaktiven Atommüll-Transport ausgestellt.
Hintergrund: Atomtransport aus Geesthacht erwartet!
Die strahlenden Brennstäbe des ehemaligen Atomschiffs ´Otto Hahn´ werden in dieser Woche von Geesthacht nach Frankreich gebracht – auf der Straße.
Heiße Eisen: 49 bestrahlte Brennstäbe aus dem 1979 stillgelegten Atomfrachter ´Otto Hahn´ lagern seit fast 30 Jahren im Atomforschungszentrum GKSS in Geesthacht. In dieser Woche soll der hochradioaktive Abfall ins französische Kernforschungszentrum Cadarache nahe Marseille gebracht werden: mit einem Lkw.
Beauftragt ist damit die Firma ´Nuclear Cargo + Service´ (NCS) im hessischen Hanau, die über den Spezialbehälter TN 72 verfügt, der für den Transport von Brennelementen aus Forschungsreaktoren konzipiert worden ist. NCS hat den Weg über die Straße beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beantragt.
´Wenn schon dieser unsinnige Transport stattfindet, dann sollte er nicht auf der Straße erfolgen, sondern auf der sichereren Schiene´, fordert Dirk Seifert, Energiereferent von Robin Wood in Hamburg. Doch darauf hat das BfS keinen Einfluss: ´Wir prüfen das Versandstück auf seine Tauglichkeit´, sagt eine Sprecherin. Wenn das Versandstück die Sicherheit gewährleiste, müsse der Transport nach Atomgesetz genehmigt werden, fährt sie fort – ´egal ob auf der Straße oder Schiene´. Denn die Route und die Bestimmung des Beförderungsart sei Sache der Bundesländer, durch die der Transport verläuft.
Die sonstigen radioaktiven Abfälle von der ´Otto Hahn´ gehen nicht mit auf die Reise: neben in Fässern gelagerte Kabel, Filter und Rohre auch der Reaktordruckbehälter des Schiffes, der in einem Senkschacht eingebunkert wurde. ´Der Reaktordruckbehälter bleibt erstmal noch hier´, sagt GKSS-Sprecher Torsten Fischer.
Nach Angaben des GKSS ist es nicht möglich, den 1.500-Kilometer-Weg nach Südfrankreich zu vermeiden, indem die Brennstäbe gleich im benachbarten Atomkraftwerk Krümmel in einen Castor verladen werden. ´Es liegt keine Genehmigung vor, dass im Kernkraftwerk Krümmel mit Brennstoff der ,Otto Hahn´ gehandhabt werden darf´, bestätigte am Dienstag Oliver Breuer, Sprecher des für die Atomaufsicht zuständige Kieler Justizministeriums. Eine Ausnahmegenehmigung sei nicht beantragt worden, sagt Breuer.
Die jetzige Aktion ist der Startschuss für eine Kampagne gegen Castor-Transporte in das Zwischenlager Nord Lubmin bei Greifswald, welche bereits für das Jahr 2010 genehmigt wurden. Weitere Infos unter Greifswald-Castor 2010





