Stadthalle, Finanzierung der (Eintrag ins Königs-Lexikon)

Der Ostsee Zeitung-Blog zitiert eine Mitteilung des Mieterbundes Greifswald, die ich leider im Original nicht auftreiben konnte:

“Die WVG mbH kann es nicht lassen. Erneut tritt sie als in Greifswald Mietpreistreiber Nr. 1 in Erscheinung, in dem sie versucht, fast 500 Mietern die Miete zu erhöhen. … Weder gibt es ein Gesetz, nach der der Mieter alle drei Jahre die Miete erhöhen muss, noch ist er verpflichtet, stets über dem Mietspiegelniveau neu zu vermieten. Nach der aktuellen Mieterhöhungswelle sollen z.B. einzelne Mieter in den Blöcken in der Feldstraße gegenüber dem Norma-Markt ab August 2010 Mieten von 6,60 €/m² Wfl. mtl. zahlen – Mieten, die in anderen Städten, insbesondere in den alten Bundesländern, als utopisch gelten würden und hier nur aufgrund des geringen Leerstands durchsetzbar sind. [...]”

Es geht los: Die Mieter dürfen jetzt beginnen, die Zeche für die Sanierung der Stadthalle (das teure Wahlgeschenk von Dr. Arthur König) zu bezahlen…

5 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Jost Aé

Kommentar vom 22. Juli 2010 um 23:52

Was sagen denn die mit sozialer Kompetenz so reichlich ausgestatteten und demokratisch gewählten Aufsichtsratsmitglieder dazu?

2. Ralf

Kommentar vom 23. Juli 2010 um 13:58

Zum Aufsichtsrat kann ich natürlich nichts mehr sagen. Aber ich finde Uli, dass deine gerade Linie zwischen Mieterhöhung und Stadthalle (du könntest jetzt auch gleich Verluste Public Viewing erwähnen) etwas zu einfach ist. Denn unabhängig von der Stadthalle wollen alle, dass die WVG Geld zum städtischen Haushalt beiträgt – auch die Grünen. Das war übrigends von uns auch immer wieder als Argument gegen den Verkauf vorgebracht worden! Und von daher gibt es wie in vielen Fällen zwei Seiten der Medaille.
Allerdings, um dies doch zu betonen, verteidige ich deshalb nicht die Mieterhöhung. Das muss man sich davon unabhängig anschauen. Gewinnabführung heißt noch lange nicht, dass man ständig Mieterhöhungen durchführen muss.

3. fleischervorstadt-blog

Kommentar vom 25. Juli 2010 um 12:16

Meine Miete in der Fleischervorstadt wird immer teurer, die Wohnung nicht besser. Wohnen wir jetzt im München Vorpommerns? Hier ist was los!

4. Stefan Fassbinder

Kommentar vom 26. Juli 2010 um 21:38

Das Problem ist doch, dass die Greifswalder CDU und die anderen Fraktionen, die dies mittragen, durch die Kostenverlagerung zur WVG immer verschleiern, dass Stadthalle und öffentliches WM-Gucken Geld kosten. Bezahlen müssen das nun entweder die Mieter der WVG oder alle Greifswalder durch eine verringerte Gewinnabführung der WVG an die Stadt.

Beide Alternativen sind nicht unbedingt verwerflich. Nicht hinnehmbar ist dagegen, dass weder die Kosten offen gelegt werden noch gesagt wird, wer die Zeche zahlen muss: Mieter oder alle Bürger.

Aber das ist wohl der Sinn der Sache. Ehrlich wäre es zu sagen: Das öffentliche WM_Gucken kostet 50.000 – 100.000 Euro. Und wenn wir es denn wollen, dann stellen wir das Geld eben in den Haushalt ein. Gleiches gilt für die – natürlich wesentlich teurere – Stadthalle.

5. Manfred Peters

Kommentar vom 27. Juli 2010 um 21:36

Alleine mit pseudolinken Aktionen und Gedanken lassen sich in Greifswald weder die Mieten stabilisieren geschweige denn senken, noch irgendetwas auf der Welt verändern.
Da reicht auch der Beifall eines Dutzend von Sympathisanten nur zur fragwürdigen Selbstbefriedigung.
http://www.webmoritz.de/2010/07/24/polizei-statt-flashmob-beer-floating-fallt-ins-wasser/
Frei nach Erich Mühsam, lieber J. Schmidt:
Dann ist er auf dem Ryck gefloatet
und hat beim einem Bier getrötet:
nämlich, wie die Mieten sinken
ohne Mühe nur mit trinken.
http://www.mela.de/Mela/revoluzzer.ht

Es grüßt der Generationenkonflikt

6. Voller Häme können wir sagen: Wir haben’s immer schon gesagt! - Greifswald wird Grün

Pingback vom 7. August 2010 um 12:55

[...] jetzt wird der ganzen Sache noch die Krone aufgesetzt: Die Mieter der WVG dürfen nicht nur die Rumpfsanierung der Stadthalle bezahlen, sondern auch noch den technischen Ausbau des TC! Als hätten wir es nicht schon immer gesagt: Die [...]

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