Teure Atomkraft, bleibe uns erhalten! (Stoßgebet der Atomlobby)
Atomkraft ist nur billig, weil die Stromkonzerne nichts bezahlen, trotzdem die Kunden mit ihren Stromrechnungen belästigen und Bau und Abbau der Atomkraftwerke vom Steuerzahler geschenkt bekommen (klar, daß die Atomstromlobby gern noch mehr Kernkraftwerke mit längeren Laufzeiten hätte…).
Reuters meldet:
Für die Stilllegung und den Abbau sowie für die Entsorgung der Meiler und von radioaktiven Abfällen müssen in den nächsten 25 Jahren rund 5,4 Milliarden Euro Steuermittel aufgewendet werden, wie aus der Antwort des Forschungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD hervorgeht, die Reuters am Montag vorlag. Zusammen mit den dafür bereits bis zum vergangenen Jahr aufgewendeten 5,2 Milliarden Euro summieren sich die Altlasten der Kernenergienutzung auf rund 10,6 Milliarden Euro. Die Kostenangaben unterlägen zudem noch vielfältigen Unsicherheiten. Bei vielen Vorhaben sei mit Kostensteigerungen zu rechnen, erklärte das Ministerium weiter.
Als Beispiel wird das Atomkraftwerk Greifswald genannt. Hier dürfte die ursprüngliche Kostenschätzung für den Rückbau und die Entsorgung des stillgelegten Kraftwerks um 900 Millionen Euro überschritten werden. Der Rückbau der Anlage Rheinsberg dürfte 100 Millionen teurer werden. Gründe seien vor allem höhere Zwischen- und Endlagerkosten.
Am teuersten für den Bund war der Antwort zufolge bislang der Rückbau des Kernkraftwerks Greifswald, in den allein 2,2 Milliarden Euro flossen. Für die Stilllegung des Endlagers Morsleben mussten über 620 Millionen Euro aufgewendet werden, ähnlich viel, wie für die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe. Auf die Frage nach einer Industriebeteiligung an den Kosten der Rückbauten führte das Ministerium nur die Karlsruher Anlage und den Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR-300) im nordrhein-westfälischen Hamm an.
Dazu paßt die Äußerung von Egbert Liskow:
„Es ist klar, dass das Zwischenlager Nord der Energiewerke Nord GmbH errichtet wurde, um hier Brennelemente und andere radioaktive Abfälle aufzubewahren, die aus den ehemaligen DDR-Kernkraftwerken Lubmin und Rheinsberg stammten. Die Zwischenlagerung soll bis zu 40 Jahre lang erfolgen. Bereits vor Jahren wurde auch die Einlagerung von schwach und mittel radioaktiv belastetem Abfall aus anderen Bundesländern genehmigt. Angesichts der hohen Sicherheitsstandards ist die Zwischenlagerung in den insgesamt 8 Hallen sinnvoll. Klar ist, dass sich der Landtag und die Landesregierung gebunden haben und einer Ausweitung der Einlagerung von radioaktiven Stoffen aus anderen kerntechnischen Anlagen ablehnen. Um die diesbezüglichen Anträge der Energiewerke Nord GmbH wird es deshalb sicher einen Rechtsstreit geben, dessen Ergebnis anzuerkennen sein wird“, so Egbert Liskow. [...] Insgesamt brauchen wir mehr Vernunft in der ganzen Debatte um die Atomkraft. Auch wenn jetzt massiv in erneuerbare Energien investiert wird, braucht es die Kernenergie, um die Grundlast im deutschen Stromnetz abzusichern und den CO2-Ausstoß zu vermindern. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht dies nach einer aktuellen Umfrage von Forsa genauso“, machte Egbert Liskow deutlich. „Die entscheidenden Weichen, wie es mit der Kernkraft in Deutschland weiter geht, müssen in Berlin gestellt werden. Im Rahmen des angekündigten Energiekonzeptes der Bundesregierung muss die Antwort zur künftigen Versorgung von Menschen und Unternehmen mit bezahlbarer Energie gegeben werden. Die Kernkraft wird dabei einen Platz behalten.”



1. Ralf
Kommentar vom 27. Juli 2010 um 11:48
Hat jemand die Fragestellung der Umfrage? Bei Forsa steht nämlich nur, dass jetzt plötzlich 60% der Grünen-Anhänger für die Atomkraft sind. Vermutlich war die Frage, ob man alle Anlagen morgen abschalten soll.