Kein Parkhaus ohne Parkraumkonzept

Mvregio meldet:
06.09.2010: Greifswald/GNN/MVregio Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Greifswalder Innenstadt braucht dringend ein Parkraumkonzept – Ohne fundierte Grundlagen dürfen keine vorschnellen Beschlüsse zum Parkhaus gefasst werden

Die Greifswalder Stadtverwaltung legt aktuell der Bürgerschaft und ihren Gremien eine Beschlussvorlage vor, nach der am Hansering die Flächen für den möglichen Bau eines Parkhauses gesichert werden sollen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird dieser Vorlage nicht zustimmen.

“Bevor die Bürgerschaft Beschlüsse zur Vorbereitung eines Parkhausneubaus am Hansering treffen kann, ist zuvor die Verabschiedung eines umfassenden Parkraumkonzeptes unabdingbare Voraussetzung”, so Anja Reuhl, Vorsitzende des Ausschusses für Bau und Umwelt. “Nur so können wir erst erkennen, ob für solche Maßnahmen überhaupt Bedarf besteht. Weiterhin ist es falsch, sich frühzeitig auf diese – sehr umstrittene – Variante “Parkhaus in den Wallanlagen” festzulegen, ohne Alternativen in einem geeigneten Rahmen zu diskutieren”, so Anja Reuhl weiter. Auf der Veranstaltung “Stadtverkehr” der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Mai dieses Jahres wären seitens interessierter Einwohnerinnen und Einwohner einige Vorschläge und Anregungen zu Parkraumproblematik vorgebracht worden. Eine offene Diskussion unterschiedlicher Ansätze sei Voraussetzung für eine verantwortliche Entscheidung.


Anja Reuhl bei der Verkehrs-Informationsveranstaltung der Grünen-Fraktion im Bürgerschaftssaal

Man gewinne angesichts der Vorgehensweise seitens der Verwaltung einmal mehr den Eindruck, es sollten in kleinen Schritten so lange immer mehr Tatsachen geschaffen werden, bis der gesamte Vorgang scheinbar “unumkehrbar” sei. Auch um diesen Eindruck nicht entstehen zu lassen, brauchen wir ein Parkraumkonzept als allerersten Schritt.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zweifelt nach wie vor erheblich daran, dass der Neubau eines Parkhauses im Innenstadtbereich mit anderen Zielen der Stadt in Einklang zu bringen ist. Neben städtebaulichen Fragen spricht auch das kommunale Klimaschutzkonzept gegen die umfangreiche Schaffung von Parkraum, da diese eine nicht wünschenswerte Förderung des Autoverkehrs in sensiblen Bereichen darstellt.
GNN-MVregio mv/hgw

4 Kommentare

1. Blechritter

Kommentar vom 7. September 2010 um 09:33

Na da gab´s heute in der Ostseezeitung ja mal ordentlich eins auf die Mütze!

2. Ulrich Rose

Kommentar vom 7. September 2010 um 09:38

Zum Glück völlig unberechtigt, wie im Artikel selbst steht…

3. Manfred Peters

Kommentar vom 7. September 2010 um 11:21

Da sich unser lieber „Blechtroll“* als Stimme der Unvernunft wieder einmal mit einem tief schürfenden Beitrag zu Wort meldet, versuche ich einmal, einige fehlende Informationen im Beitrag der K. DEGRASSI (Pressesprecherin der GPG!?) zu ergänzen, bzw. Fragen zu stellen, die eigentlich Redakteure der Lokalpresse stellen sollten. Man könnte ihr ja noch zugute halten, dass sie die Abläufe der angeblich demokratischen Entscheidungsfindungen in Greifswald noch nicht kennt, die letzten Skandale sollten doch etwas mehr Vorsicht vor einseitigen Stellungnahmen angeraten sein lassen.
Wer sich den letzen Wirtschaftsplan der GPG einmal zu Gemüte führt (http://www.greifswald.de/uploads/media/Wirtschaftsplan_Parkraumbewirtschaftung_2009.pdf), wird feststellen müssen, dass dort sowohl die Investitionen als auch die Erträge aus dem neuen Parkhaus eingeplant sind.
Wenn es denn „doch nichts demokratischeres als einen Bebauungsplan“ gibt, kann man vorher doch schon dazu ein paar Fragen stellen:
- Warum fehlen plötzlich 450 Parkplätze in der Innenstadt?
- Warum werden die bereite vorgeschlagenen Alternativen nicht thematisiert?
- Ist etwa auch noch der Verkauf des Parkplatzgrundstückes Hansering/Holzgasse
(http://www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2785011) an das Petruswerk (Avila-Gruppe) oder andere geplant und wird deshalb das Parkdeck/Parkhaus dort nicht erwogen?
- Und wenn wir schon von den „Großen Projekten“ des Petruswerkes sprechen, wie sieht es mit dem Gebiet des B 55 aus, das als Filetstück an Fernando verhökert wurde?
Wer dann noch auf der letzten Sitzung des UA-Techn. Rathaus hört, dass der sonst mit der Sache überhaupt nicht befasste OB extra einen Parkplatz für seine Staatskarosse auf dem Hof einklagen musste, kommt zwangsläufig noch auf andere abstruse Parkhausideen für die Innenstadt.

Das wären doch mal Themen für den in der Greifswalder OZ unbekannten „Investigativen Journalismus“!

*Anm.: Wer immer mit geschlossenem Visier durch die Welt läuft, wird sie wohl nie begreifen!

4. Robert

Kommentar vom 8. September 2010 um 11:30

Mit bedauern muss man feststellen, dass die Diskussion um die Fortentwicklung der Innenstadt nun doch wieder von dem Primat des PKW-Besitzers geführt wird. Die Vorstellung, dass durch die Errichtung eines weiteren Parkhauses das Parkproblem gelöst wird, finde ich sehr amüsant. Dieses wird auf keinem Fall eintreten.

Somit zeigt der Artikel nur, wie unstrukturiert von der Ostseezeitung mit dem Thema umgegangen wird. Zudem entsteht der Eindruck, dass nach der Errichtung eines weiteren Parkhauses das Problem des Zulieferverkehrs, das Problem Anwohnerparken sowie das widerrechtliche Parken ebenfalls gelöst sein wird.

Des Weiteren sei hier daran erinnert, dass der Bau eines Parkhauses mit Kosten verbunden ist. In der Regel kostet die Errichtung eines Parkplatzes zwischen 15.000 bis 30.000 Euro. Bei einer Errichtung von 400 Parkplätzen liegt der Betrag zwischen 6 bis 12 Millionen Euro.

Erinnert sei hier noch, dass bei der Diskussion über die Umgestaltung der Europakreuzung mit einer „Diagonalquerung“ über Kosten zwischen 100.000 bis 200.000 Euro heftig diskutiert wurde. Anzumerken sei hier noch, dass die Kosten für die reine „Diagonal“ bei nur 20.000 liegen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

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