Stuttgart 21 blockiert auch Streckenausbau Lübeck-Stralsund *update*

Rostock, den 6. September 2010
“In der Verkehrspolitik werden nach wie vor die falschen Prioritäten gesetzt. Während die A 20 bereits vor fünf Jahren als einziges ‘Verkehrsprojekt Deutsche Einheit’ im Bereich Straße in Mecklenburg-Vorpommern gegen großen Widerstand und trotz erheblicher negativer Umweltauswirkungen fertiggestellt wurde, bleibt das unumstrittene und ökologisch wesentlich vorteilhaftere Bahnprojekt Lübeck-Stralsund offenbar auf der Strecke”, kritisiert Harald Terpe, grünes Mitglied des Bundestages, die Umsetzung der Verkehrsprojekte seit 1990. “Stattdessen werden bis 2020 etwa 70 Prozent der Investitionsmittel im Bahnbereich von den Prestige-Projekten Stuttgart 21 und den ICE-Neubaustrecken Halle-Nürnberg und Wendlingen-Ulm gefressen. Und Lübeck-Stralsund kommt in der jüngsten Finanzierungsliste des Bundesverkehrsministeriums gar nicht vor. Kein Wunder also, daß der Bundesverkehrsminister bei seiner jüngsten Bilanz der ‘Verkehrsprojekte Deutsche Einheit’ keinen konkreten Termin für die Fertigstellung des Bahnausbaus im Norden nennen konnte”, so Terpe weiter. Durch den Ausbau der Strecke zwischen Lübeck und Stralsund auf 160 km/h sollte die Fahrzeit um eine Stunde auf dann nur noch zwei Stunden reduzieren werden.
“Entscheidend für eine gute Verkehrspolitik sind nicht die teuren Investitionen in Projekte wie Stuttgart oder neue ICE-Trassen”, meint Terpe. “Was unser Land tatsächlich braucht, sind gute Bahnverbindungen in der gesamten Fläche. Und dazu gehört der zügige Ausbau der Verbindung Lübeck-Stralsund ebenso, wie eine einstündige Taktfrequenz zwischen Rostock und Berlin. Es ist höchste Zeit für einen radikalen Wechsel in der Verkehrspolitik der Bundesregierung”, fasst der Rostocker Abgeordnete seine Kritik zusammen.

Hintergrund

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Ronald Pabst
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Update

Dazu die regierungsamtlichen Jubelmeldungen.

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