Amflora *update*
Einmal abgesehen von der etwas zweifelhaften Sprachverwendung ist die Untersagung des Inverkehrbringens seitens des Landwirtschaftsministeriums eine gute Sache.
Aufgrund der jüngsten Vorfälle in Schweden, wo es zu einer Vermischung von Amflora mit anderen nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Kartoffeln gekommen ist, hat Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD, Foto) am Dienstag das Inverkehrbringen der in Zepkow aufgewachsenen und zu erntenden Kartoffeln der Sorte Amflora untersagt.

Foto: A. Lindenbeck
Er bezieht sich dabei auf §26 Abs. 1 des Gentechnikgesetzes. Diese Sperre gilt solange, bis die BASF den Verdacht, dass auch die in Zepkow aufgewachsenen Kartoffeln der Sorte Amflora Verunreinigungen aufweisen, zweifelsfrei wiederlegen konnte.
Im Klartext: BASF darf seine Amflora anbauen, aber nicht verkaufen. Da die BASF definitionsbedingt auf Profit aus ist, könnte dieses Argument gegen den Anbau besser sein, als alle die vernünftigen, die dagegen sprechen. Hoffentlich klappt’s!
Update
Vermischung lässt sich nur auf eine einzige Art und Weise verhindern
Die umstrittene gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora hätte nie in die Erde gelangen dürfen. Diese Forderung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird jetzt durch die Realität untermauert. „Die Nachrichten aus Schweden zeigen deutlich, dass der Amflora-Anbau eben nicht risikofrei ablaufen kann. Schon jetzt, bei dem Anbau auf nur drei Standorten, konnte eine Vermischung der Kartoffelsorten nicht verhindert werden. Bei weiterer Verbreitung mit vermehrtem Anbau, Transport, Lagerung und Verarbeitung potenziert sich das Risiko der Vermischung der Amflora-Kartoffel. Hinzu kommt, dass es ebenso wenig eine Garantie für funktionierende Kontrollen gibt. Es kann schlichtweg nicht alles 100%ig kontrolliert werden“, erklärt Claudia Schulz, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Bündnisgrünen in Mecklenburg-Vorpommern.
„Maßnahmen aus Brüssel, wie sie Herr Backhaus fordert, um in Zukunft derartige Fehler wie in Schweden zu verhindern, können deshalb nur ins Leere laufen. Vermischung lässt sich nur auf eine einzige Art und Weise verhindern – mit einem strikten Anbauverbot von Genpflanzen”, so Claudia Schulz weiter. Till Backhaus habe zwar die Beprobung angewiesen, aber, wie er schon selbst sagt, sind Verunreinigungen in geringem Maße nur schwer nachzuweisen. Damit sei es ein Irrglaube, dass damit das Vermischungsproblem der Gentechnik und die Koexistenz der selbigen gelöst werden können.


