Klimaschutz heißt, dass sich was ändern muss

Die Universitäts- und Hansestadt besitzt seit gestern Abend offiziell ein Klimaschutzkonzept. Die Mehrheit war letzten Endes doch deutlich, da die FDP am Ende ihre Bedenken gegen die noch zu beschließende Fernwärmesatzung nicht als entscheidend ansah, um alles andere abzulehnen. Die Klimamuffel fanden sich daher ausschließlich in der CDU, ausgenommen immerhin die Herren Hardtke und Cymek.
Einige Wortbeiträge waren merkwürdig und nur schwer zu ertragen. Dass weitaus mehr als die eigentlichen Klimaskeptiker das Bürgergutachten, insbesondere das Verfahren dazu, nicht verstehen wollten, war allzu offensichtlich. Wo kämen wir auch hin, wenn sich zu allen relevanten Fragen in dieser Stadt interessierte Einwohnerinnen und Einwohner ihre eigenen Gedanken machen könnten?
Ich neige eher dazu, das Bürgergutachten ernst und wörtlich zu nehmen. Dabei gilt für dieses, wie auch für das Konzept als Ganzes: Ein Umsteuern in den Bereichen Energie und Verkehr ist nicht denkbar, ohne dass man es auch merkt. Um den Energieverbrauch insgesamt zu senken, reicht es nicht aus, den Satz „wir sind ja auch für Klimaschutz“ in die miefige Luft des Bürgerschaftssaales zu stellen und ansonsten genauso weiterzumachen wie bisher. Vielmehr sind überall dort, wo es um Handlungen geht, die Energie verbrauchen, erstens politische Maßnahmen erforderlich, zweitens jedoch auch Verhaltensänderungen des oder der Einzelnen. Dies betrifft auch und gerade den Verkehrsbereich, wo die Verhaltensänderung eben besonders auffällig, ja geradezu öffentlich daherkommt.
Für die Erkenntnis, dass man sich politisch und persönlich irgendwann entscheiden muss, brauchen einige, zum Beispiel in der Greifswalder CDU, noch etwas Zeit. Da für den Beginn wirksamen Klimaschutzes nicht mehr alle Zeit der Welt vorhanden ist, war es gestern besser, auf einen einstimmigen Beschluss zu verzichten.

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