Erfolg für Initiative der GRÜNEN: 1500 Hektar gentechnikfrei

Im März 2009 hat die Bürgerschaft der Hansestadt Greifswald auf Initiative der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Verzicht auf Einsatz und Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den stadteigenen Flächen beschlossen.  Vorausgegangen war dem Antrag eine zweiwöchige Kampagne „Gentechnikfreie Region Greifswald für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik“ mit Vorträgen, Aktionen und Unterschriftensammlungen, die gemeinsam vom Weltladen Greifswald, dem BUND Mecklenburg-Vorpommern, der agriKultur gruppe greifswald und den Greifswalder GRÜNEN organisert worden war.

Nun zeigt sich der Erfolg. Alle seit dem 1. Oktober 2009 geschlossenen Pachtverträge enthalten einen Passus, der den Pächter verpflichtet, während der gesamten Pachtzeit auf den Einsatz und die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu verzichten. Seitdem wurden Verträge mit mindestens neun Pächtern über eine Gesamtfläche von fast 1500 Hektar geschlossen. Die betroffenen Äcker und Wiesen liegen vor allem auf den Gemarkungen von Wackerow, Stahlbrode und Wüst-Eldena.

Wir sind sehr zufrieden und auch ein klein wenig stolz auf den Erfolg unserer Initiative. Wir hatten damals mit großem Widerstand sowohl innerhalb als auch außerhalb der Bürgerschaft zu kämpfen. Die gemeinsame Kampagne der vier Gruppen hatte einen großen Anteil am Erfolg unseres Bürgerschaftsantrages.

In Zeiten immer wiederkehrender Lebensmittelskandale zeigt sich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Der Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ist nicht nur aus gesundheitlichen und ökologischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen ein großes Plus für unsere Region.

Stefan Fassbinder
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Stefan Fassbinder

Stefan war lange Zeit Fraktionsvorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion Greifswalds. Er ist promovierter Historiker und Vater von vier Kindern. Seit November 2015 ist er erster Grüner Oberbürgermeister Norddeutschlands, aufgestellt durch ein Bündnis von Die Linke, SPD und Piratenpartei.
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Über Stefan Fassbinder

Stefan war lange Zeit Fraktionsvorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion Greifswalds. Er ist promovierter Historiker und Vater von vier Kindern. Seit November 2015 ist er erster Grüner Oberbürgermeister Norddeutschlands, aufgestellt durch ein Bündnis von Die Linke, SPD und Piratenpartei.

5 Gedanken zu &8222;Erfolg für Initiative der GRÜNEN: 1500 Hektar gentechnikfrei&8220;

  1. Naja, die Freude hielt sich bei mir nicht lange.
    Im Ostseezeitung Blog gibt es einen aufklärenden Beitrag.
    Irgendwas mit Gentechnik
    In rot geschrieben: „dieses Buch“ anklicken, fast ganz unten in lila Farbe „Monsanto auf Deutsch“ anklicken
    Kap. VI bei Parteien S. 91
    Bündnis 90 Die Grünen
    Grün, grüner, grüne Gentechnik
    Stimmt das, was im Kapitel steht?

    1. So gut kenne ich mich auch nicht aus. Müsste das Buch erst einmal lesen. Aber ich denke, dass es am Ende um eine Strategiefrage geht. In der Naturschutzbewegung hat es sich bewährt, so sehe ich es zumindest, dass die einen eher auf spektakuläre Aktionen (siehe Greenpeace), andere eher auf die oft mühsame Hintergrundarbeit setzen (u.a. BUND). So ist das SKKW in Lubmin durch diese akribische Hintergrundarbeit mit verhindert worden (siehe Anhörung im Genehmigungsverfahren). Bei der Gentechnik ist es ähnlich und dem Autor sind alle anderen wahrscheinlich einfach zu zahm. Eine Partei steckt sogar noch mehr in der Klemme, da sie anders wahrgenommen wird als eine Umwelt-NGO.
      Das große Problem bei der Gentechnik ist tatsächlich, dass die Verflechtung so stark ist (siehe Prof. Broer). Die einzigen die am Ende zu Risiken forschen sind auch die, die die Freilandversuche machen, um Zulassungen zu bekommen. Und die gehören nicht zu den Gegnern. Eine Risikoforschung von Gentechnik-Gegnern mit demselben finanziellen Volumen gibt es meines Wissens nicht. Somit kommt man um bestimmte Personen bei wissenschaftlicher Beratung nicht herum (auch wenn man es müsste). Darüber hinaus haben die Firmen, die Gentechnikeinsatz wollen, viel Geld und Einfluss. Auf EU-Ebene sind die Befürworter, zumindest in der EU-Kommission, auch in der Überzahl. Nur die Regierungen haben es bisher geschafft, einen Durschmarsch der Gentechnik zu verhindern. Von daher hinge in Zukunft auch viel davon ab, in entsprechenden Behörden, wie der EU-Kommission, Leute sitzen zu haben, die sich in Zukunft auch eine Landwirtschaft ohne Gentechnik vorstellen könnten. Sonst bleibt das Credo, dass mit dieser Technik eine effizientere und ‚umweltschonendere‘ Landwirtschaft möglich wäre.

      1. Ich meinte nicht das Buch, sondern die Leseproben unter
        „Themen und Kapitel mit Seitenangaben.“
        Unter „6 Parteien 90“ kann das Kapitel als PDF gelesen werden.
        Ich war sehr erstaunt, was ich über Renate Künast las.

  2. Es mag ja ein Anfangserfolg sein, dass Greifswald als „Grüner-Leuchtturm“ sein Licht in eine „gentechnikverseuchte“ Umwelt sendet.
    Da wäre doch noch viel zu missionieren.
    Wie wäre es, wenn Befürworter und Gegner hier ihre Argumente austauschen?
    Morgen, den 02.02.2012 | 19:00 Uhr findet in der
    Kapelle St. Spiritus, Greifswald ein Diskussionsforum statt:

    Grüne Gentechnik. Chancen und Risiken
    Dr. Bernd Hommel vom Institut für Strategien und Folgenabschätzung des Julius Kühn-Institutes in Kleinmachnow. Er ist Koordinator des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und zuständig für die Bewertung gentechnisch veränderter Pflanzen für die Ziele des integrierten Pflanzenschutzes.
    http://www.mv.rosalux.de/event/45096/gruene-gentechnik-chancen-und-risiken.html

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