Kleine Anfrage der GRÜNEN Kreistagsfraktion: Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, die Clomazone enthalten
Kristin Wegner am 17. November 2011 | 5 Kommentare
Zwischen dem 21. und 25. August 2011 wurde auf den Feldern in der Gemeinde Lassan (Dörfer Klein Jasedow und Waschow) von der Peeneland Agrar GmbH das Herbizid „Colzor Trio“ mit dem Wirkstoff Clomazone auf Rapsfeldern eingesetzt. Daraufhin gab es Beschwerden seitens einiger Einwohnerinnen und Einwohner dieser Dörfer. Sie beklagten gesundheitliche Beeinträchtigungen in dieser Zeit, über die sie auch zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes informierten. Ebenso wurde das Pflanzenschutzamt informiert. Ein Ergebnis dieser Untersuchung war, dass das Pflanzenschutzmittel der Firma Syngenta ordnungsgemäß ausgebracht wurde. Kurzzeitig wurde der Einsatz aller clomazonehaltiger Mittel daraufhin untersagt. Nun ist dieses Mittel auf Betreiben der Herstellerfirmen Syngenta und BASF aber wieder zugelassen.
Wir fragen dazu die Landrätin:
1. Welche Ergebnisse ergaben die Untersuchungen und Vor-Ort-Termine des Gesundheitsamtes in diesem Jahr in den betroffenen Dörfern? Welche Untersuchungen wurden veranlasst?
2. Ist im nächsten Jahr eine breitere Untersuchung der Bevölkerung in Gebieten, in denen clomazonehaltige Mittel ausgebracht werden, geplant, um etwaige Auswirkungen auf die Gesundheit nachzuweisen? Welche weiteren Maßnahmen sind geplant, die sich auf die Zulassung clomazonehaltiger Pflanzenschutzmittel auswirken können?
3. Welche Schutzmaßnahmen sind für das nächste Jahr geplant?
4. Gibt es Untersuchungen angrenzender Gewässer auf eine mögliche Belastung mit diesem Herbizid? Falls nicht: Ist so etwas künftig geplant?
5. Ist bekannt, welche Agrarbetriebe diese Pflanzenschutzmittel einsetzen und auf welchen Flächen diese ausgebracht werden?
6. Wie wird das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln seitens der Ämter, insbesondere dem Umweltamt, überwacht? In welcher Weise werden die Aufzeichnungspflichten der Landwirte kontrolliert?
7. Ist bekannt, ob es auch in anderen Regionen Deutschlands ähnliche Probleme mit den genannten Mitteln gibt? Falls ja: Wie sehen diese aus und wie wird mit ihnen umgegangen?


1. G. Bieck
Kommentar vom 18. November 2011 um 14:02
Warum richtet Frau Wegner ihre Frage nicht an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)?
Syngenta hat Widerspruch eingelegt gegen den verordneten Anwendungsstop der Mittel “Colzor Trio” und “Brasan”.
Die Ruhensanordnung soll nach Angaben des Unternehmens derzeit ruhen.
Meine Fragen sind: Wer bestimmt über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und inwieweit darf eine Landrätin zugelassene Pflanzenschutzmittel im Landkreis verbieten?
Ist dafür nicht das BVL zuständig?
Im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel sind diese Mittelchen gelistet.
Ein sehr wichtiges Thema finde ich, nur inwieweit haben Landräte oder Landrätinnen Einfluss auf den Einsatz?
Könnte und wollte die Landrätin den Einsatz schädlicher Pflanzenschutzmittel einfach verbieten und sie würde es auch tun, würde ich das sehr begrüßen.