Der Schoß ist fruchtbar noch…

… und gebiert Ungeheuerlichkeiten:

/OZ/LOKAL/HGW vom 30.01.2012 00:00
Neonazis stören Festakt im Museum
Mitarbeiter und Gäste unterbinden Flugblattaktion am Gedenkabend für die Opfer des Nationalsozialismus.
Greifswald (OZ) – „Wir sind hier, um zu gedenken. Lassen sie uns jetzt auf die Opfer des Nationalsozialismus konzentrieren“, bat Moderator Joachim Lege am Freitagabend die über 120 Gäste im Pommerschen Landesmuseum. Mit warmer Stimme und im ruhigen Tonfall holte der Professor die Gedenkgesellschaft in die Feststimmung zurück.

Diese ungewöhnlichen Worte waren nötig: Denn mit einem geschichtsrevanchistischen Flugblatt hatte eine kleine Gruppe der Nationalen Sozialisten Greifswalds versucht, die von der Universität, der Hansestadt und der Kulturreferentin für Pommern des Pommerschen Landesmuseums initiierten Veranstaltung zu stören. Während zusätzliche Stühle für die hinzu strömenden Abendgäste herbeigeschafft wurden, verteilten die Störer ihr Gedankengut an die ahnungslos Sitzenden und filmten die Aktion. Die Gäste und Museumsmitarbeiter reagierten geistesgegenwärtig: Sofort landeten die Zettel in einem umher gereichten Papierkorb. Vizeoberbürgermeister Ulf Dembski verwies die Neonazis umgehend des Hauses.

Kein Platz für Nazis

7 Kommentare

1. Greifswalder

Kommentar vom 30. Januar 2012 um 10:28

Unfassbar.
Hoffentlich ermittelt jetzt der Verfassungsschutz oder ist der hauptsächlich dazu da, Nazis Unterschlupf zu verschaffen und die Linken zu observieren?! Dass der Verfassungsschutz immer noch eine Daseinsberechtigung hat, erschliesst sich mir nicht.
Man möge mir die Anonymität vergeben und auch bewahren.
Das ist meiner Feigheit geschuldet und dem Wissen, dass Nazis, geschützt von der Polizei wieder durch Deutschlands Strassen marschieren.

2. Hans Peter

Kommentar vom 30. Januar 2012 um 19:37

Warum sollte der VS ermitteln? Neonazis besuchen eine öffentliche, für jedermann zugängliche Veranstaltung. Es gibt weder eine Ausladungsklausel (welche nötig wäre, um neonazis von vornherein gar nicht erst reinzulassen) noch sind diese aggressiv. Sie verteilen ganz ruhig ihre Flugzettel (mag man von ihnen halten, was man will) und verlassen nach Aufforderung den Saal. Was ist daran jetzt strafbar? Die Stasizeiten sollten längst vorbei sein. Sie wollen anderen was von Meinungsfreiheit und Demokratie erzählen und fordern selbst die totale Überwachung für alle, die ihre Ansichten nicht teilen. Ist das nicht Merkwürdig!? Selbst Die Grünen beteiligen sich an Sitzblockaden, die anderen das recht auf Ausübung ihres Versammlungs- und Demonstrationsrechtes einschränken soll. Ich zitiere eine jüdische Kommunistin: “Freiheit ist immer die freiheit des Andersdenkenden.” -Rosa Luxemburg-

Mit freundlichen Grüßen

3. Greifswalder

Kommentar vom 31. Januar 2012 um 08:53

Stimmt, der Verfassungsschutz muss nicht ermitteln und die Stasizeiten sind Gott sei Dank vorbei. Dafür haben wir jetzt Verfassungsschutzzeiten… .
Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Eine sehr schöne Einstellung.
Denken kann jeder, was er will und tun und lassen kann auch jeder was er will, solange er niemanden schadet.

Eine Veranstaltung mit einem sehr sensiblen Charakter mit einer Flugblattaktion zu stören, finde ich unanständig.

Ich will auch keinem etwas von Meinungsfreiheit und Demokratie erzählen, die es meiner Meinung nach in Deutschland sowieso nicht gibt und ich fordere auch keine totale Überwachung. Wie komme ich denn dazu?! Dafür sorgen schon andere.

“Sie verteilen ganz ruhig ihre Flugblätter und verlassen nach Aufforderung den Saal”

so wie Neonazis auch ganz “friedlich Hakenkreuze an Wände Schmieren”

Wenn es das nur wäre, aber das allein ist es schon lange nicht mehr.

4. Martin

Kommentar vom 2. Februar 2012 um 14:09

Deswegen benötigen wir dringend eine Gesinnungspolizei!
Und Strafen die verhängt werden noch bevor eine Straftat geschehen kann. Wir benötigen Listen, wo wir die Namen aller notieren, deren Gesinnung gerade nicht passt.

Hans Peter, es gibt nicht mehr viele, die unsere Grundrechte kennen und schützen. Dass diese auch für Nazis gelten mag zwar für viele unschön sein. Das liegt aber im Prinzip der Sache. Grundrechte gelten für jeden. Und zwar uneingeschränkt. Und weil ich diese für mich sehr nützlich finde muss ich sie auch anderen Menschen zuerkennen. Und zwar uneingeschränkt.

5. Greifswalder

Kommentar vom 3. Februar 2012 um 11:16

@ Martin

Ich weiss nicht, ob es ein Grundrecht ist, Veranstaltungen, die mir selbst nicht behagen, stören zu dürfen.

Für mich zeigt sich damit die Respektlosigkeit der NS.

Dann können alle damit rechnen, die Gedenken an die Opfer des Hitlerfaschismus pflegen, dass die NS reinplatzt und Flugblätter verteilt oder wie war das gemeint?
Was verstehen Sie unter “uneingeschrenkt”?

Dass Nazis morden ist Ihnen wohl nicht bekannt.

6. Hans Peter

Kommentar vom 4. Februar 2012 um 13:02

Wie kann man eine Veranstaltung stören, die noch gar nicht offiziell begonnen hat? Meines Wissens wurde diese erst nach der Aktion der Nazis eröffnet, durch Herrn Dembski. ;)
Wenn sie so hinter “demokratiefeindlichen” Menschen hinterher sind, warum werden dann auch nicht Kommunisten und teilweise Stasifreunde in der Linkspartei überwacht und gegen ihre Veranstaltungen protestiert? Wo bleiben da die aufrechten Demokraten? Wenn Demokrat, dann richtig…ohne Doppelmoral ;) Denn wie wir wissen, war der Kommunismus oder die die sich dafür halten und hielten nicht gerade Musterdemokratisch…(Sowjetunion, China, Kuba…usw.) !

Mit freundlichem Gruß

7. Hans Peter

Kommentar vom 12. Februar 2012 um 11:13

‘Dann können alle damit rechnen, die Gedenken an die Opfer des Hitlerfaschismus pflegen, dass die NS reinplatzt und Flugblätter verteilt oder wie war das gemeint?’

Ich frage mich jetzt grad ernsthaft, was Nationalsozialisten mit Faschisten zu tun haben…?
Hättest Du dich damit auseinandergesetzt, wüsstest du das der Faschismus, wie er in Italien praktiziert wurde, mit dem NS so gar nicht kompatibel war. Der NS betont seine Rassenlehre, was der Faschismus wiederum negiert und nicht das Volk in den Mittelpunkt seines handelns stellt, sondern den Staat…im NS ist der staat lediglich mittel zum zweck für das überleben des volkes. ausserdem waren bei den schwarzhemden, der jugendorganisation der faschisten, ziemlich viele jüdische menschen mit dabei…das änderte sich erst mit dem einfluss der wehrmacht bzw des reiches auf italien, nachdem ihre soldaten an allen fronten versagt haben^^ ich habe keine symphatien für nazis oder faschisten, sondern mich lediglich mit den begrifflichkeiten beschäftigt. das nur als kleine anmerkung….ich finde das nämlich sehr beschämend, wie sie hier mit begriffen um sich werfen, von denen sie nichts wissen..man kann eben nicht alle unliebsamen menschn als faschisten abstempeln…so loift das nicht

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